Die Präsidentin des Kirchgemeinderats Grellingen, Rosmarie Pabst, hat sich mit einem schwerwiegenden Verdacht bei der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland gemeldet. Die Landeskirche ist als Aufsichtsbehörde für die Kirchgemeinden zuständig. Die Kirchgemeinde hat Unregelmässigkeiten im Finanzbereich festgestellt. Pabst hat einen Strafantrag eingereicht. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Wie Landeskirchen-Sprecher Dominik Prétôt auf Anfrage der bz sagt, geht es um eine Summe zwischen 300 000 und 500 000 Franken, die in der Grellinger Kasse fehlt. Bei einem Jahresbudget von 300 000 Franken wiegt das Delikt schwer. "Das Loch ist gross, die Kasse aber zum Glück noch nicht ganz leer", sagt Prétôt. Die Landeskirche prüfe dennoch einen Überbrückungskredit, damit alle laufenden Rechnungen bezahlt werden können.

Steckt die Kassiererin dahinter?

Die Anzeige richtet sich explizit nicht gegen Unbekannt, sondern gegen eine konkrete Person. Prétôt möchte keinen Namen nennen. Ausgeschlossen sei die Kirchgemeinderatspräsidentin Pabst, die den Fall überhaupt erst ins Rollen gebracht habe. Was der Sprecher aber sagt, ist, dass man vorsorglich alle Konten gesperrt und der Kassiererin die Handlungsfähigkeit entzogen habe. Diese sei eine engagierte Person und schon mehrere Jahre in der Kirchgemeinde aktiv. Es gilt die Unschuldsvermutung.