Geistschreiber

Fliegende Enkel

Grosseltern dürfen ihre Enkel wieder sehen. Der Geistschreiber erklärt die Regeln (Symbolbild).

Grosseltern dürfen ihre Enkel wieder sehen. Der Geistschreiber erklärt die Regeln (Symbolbild).

Endlich luggets. Endlich dürfen Grosis ihre Enkelkinder wieder auf den Schoss nehmen. Sofern sie nicht grösser sind als drei Käse (Enkelkinder) und nicht schwerer als zwei Zentner (Grosi). (Enkel auch). Bei Kindern über zehn Jahren ist eine Umarmung legal ab hundertfünfzig Zentimetern Körpergrösse. Ist das Kind adoptiert, steigt die geforderte Mindestgrösse um einen Zentimeter pro Jahr seit der Adoption. Das angebrochene Jahr wird mitgezählt, ausser das Grosi ist angezählt.

Fröhlich quiekende Enkelkinder von zwei bis vier Jahren dürfen vom begeisterten Grosspapi in die Luft geworfen werden, müssen aber noch bis zum 9. Juni aufgefangen werden. Wird ein Kind so hoch geworfen, dass eine Landung bis zum 9. Juni nicht gewährleistet werden kann, sind vorab bei Skyguide Erkundigungen über die Luftverkehrslage einzuholen. Es gilt Helmtragepflicht. Auch für das Kind. Und für das Grosi, welches zusieht. Ob das Grosi unter Fremdflugangst leidet, lässt sich mit einem Probewurf ermitteln. Bei Überschreiten der Flughöhe von drei Metern dürfen die erschreckten Schreie von Grosi 94 Dezibel nicht überschreiten, andernfalls ist ein Schallschutz Pflicht.

Gruppen stolzer Grossväter (max. fünf Expl.) ist es ab Juni wieder erlaubt, sich die Enkel zuzuwerfen. Auch hier kann Abstand Leben retten. Am besten wirft man von Balkon zu Balkon. Auffangnetze können beim BAG bezogen oder von den Grosis hergestellt werden (Strickanleitungen finden sich auf youtube, empfohlen wird die Benutzung inländischer Garne von reissfesten Baumwollschafen). Zwillinge sollten hintereinander geworfen werden, so wie es ihnen von Geburt an vertraut ist.

Besteht bei Besuchsabsicht in der Seniorenresidenz der begründete Verdacht auf überschwängliche Freude seitens der Grosseltern und einem entsprechend erhöhten Risiko eines Herzinfarktes bei der übervorsichtigen Mutter, ist eine medikamentöse Beruhigung der Mutter in Betracht zu ziehen. Dies der Stand der Empfehlungen im Moment. Im Zentrum der Erforschung von Covid-19 steht die Frage, ob das Virus tatsächlich auch das menschliche Gehirn angreifen kann. Angesichts dieser Kolumne steht dieser Verdacht jedenfalls im Raum.

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