Coronavirus

Forderung ohne Erfolg: Schwarzbuben müssen weiterhin mit Maske shoppen

Im Schwarzbubenland wird die Maskenpflicht wohl nicht aufgehoben. (Symbolbild)

Im Schwarzbubenland wird die Maskenpflicht wohl nicht aufgehoben. (Symbolbild)

Der Solothurner Regierungsrat hält nichts von einer Aufhebung der Maskenpflicht im Bezirk Dorneck-Thierstein. So hatten es die Gewerbler gefordert.

Auf dem Schreibtisch der Solothurner Regierungsrätin Susanne Schaffner landete vor einigen Tagen ein Brief von diesseits des Jura. Im Schreiben an die Vorsteherin des Departements des ­Innern verlangen Gewerbetreibende aus dem Schwarzbubenland, die seit Anfang September im Kanton Solothurn geltende Maskenpflicht in den Läden in der Amtei Dorneck-Thierstein aufzuheben.

«Die Schwarzbuben sind überall von Gemeinden des Baselbiets umgeben. Dort herrscht in keinem Dorf Maskenpflicht», schreibt der Gewerbeverein Lüsseltal. Deshalb sollen nicht alle Bezirke des Kantons über einen Kamm geschert werden.

Kanton stellt sich gegen Ausnahmeregelungen

Mit ihrem Anliegen beissen die Gewerblerinnen und Gewerbler bei der Regierung auf Granit. Die Schwarzbuben werden vom Kanton Solothurn bald eine schriftliche Antwort erhalten. Dies schreibt Regierungssprecherin Andrea Affolter auf ­Anfrage. Die Pandemie und die damit einhergehenden Massnahmen stellten für alle eine Herausforderung dar.

Der ­Regierungsrat sei sich dessen sehr bewusst. «Entscheide, wie beispielsweise die Maskenpflicht in Läden und Einkaufszentren, werden deshalb immer breit abgewogen und im Gesamtkontext gefällt. Dabei werden immer auch gemeinsame überregionale Lösungen über die Kantonsgrenzen hinaus angestrebt», erklärt Affolter. Regionale Ausnahmeregelungen innerhalb des Kantons liessen sich rechtlich und sachlich nicht begründen.

Die Worte der Mediensprecherin lassen darauf schliessen, dass die Maskenpflicht in den Läden im Schwarzbubenland trotz Kritik bestehen bleibt. Auch wenn das Antwortschreiben aus Solothurn noch nicht bei ihnen eingetroffen ist, geben sich die Gewerbler schon jetzt mit der zu erwartenden Rückmeldung nicht zufrieden. Der Frust und das Unverständnis über den Entscheid aus Solothurn ist gross.

Für eine Maskenpflicht bestehe keine Dringlichkeit

«Wir sind der Ansicht, dass im gesamten Kanton Solothurn keine Dringlichkeit für eine Maskenpflicht besteht. Die Fallzahlen sind nicht höher als in den Nachbarkantonen, in denen beim Einkaufen keine Maske ­getragen werden muss», sagt Regula Studer. Zudem bestehe der Kanton aus zahlreichen Bezirken, die alle ihre Eigenarten hätten. Die Apothekerin aus Breitenbach gehört zu den 25 Gewerbetreibenden aus dem Lüsseltal, die sich an Regierungsrätin Susanne Schaffner gewandt haben. Die meisten unterzeichnenden Unternehmer sind in Breitenbach tätig.

In ihrer Apotheke im Breitenbacher Dorfkern spürt Studer einen leichten Rückgang an Kundinnen und Kunden. «Dabei geht uns noch verhältnismässig gut, da wir nicht so viel Laufkundschaft haben.» Einige Läden im Einkaufszentrum Wydehof in Breitenbach seien deutlich stärker betroffen, berichtet die Apothekerin. Mit ihrem Anliegen stünden die ­Gewerbetreibenden aus dem Schwarzbubenland überdies keinesfalls alleine da, weiss sie. «Ein Berufskollege aus Trimbach erklärte mir kürzlich, dass er genau die gleichen Probleme habe.»

Meistgesehen

Artboard 1