Das Timing hätte nicht besser sein können. Am Mittwoch verschickten die Gesundheitsdirektionen beider Basel kurzfristig die Einladung, dass am Donnerstag – endlich – über die detaillierten Spitalgruppen-Pläne informiert werde. Und nur einen Tag zuvor luden die Gegner der Abbaupläne des Bruderholzspitals zu ihrem ersten grösseren Infoabend. Gemäss Angaben des Initiativkomitees «Ja zum Bruderholzspital» kamen über 120 Personen nach Therwil – trotz gleichzeitigem Champions-League-Auftritt des FCB.

Dass die Regierungsräte Lukas Engelberger (BS) und Thomas Weber (BL) heute doch mit einem Konzept aufwarten, das am Bruderholz die erweiterte Grundversorgung im stationären und ambulanten Bereich sichert, wie es die Initiative fordert, darf kaum erwartet werden, auch wenn Komitee-Mitglied Heinrich Schaefer zur bz sagt: «Die Hoffnung stirbt zuletzt.» Der Infoabend hat die Initianten aber bestärkt, auf ihrem Anliegen zu beharren. «Wir spüren, dass die Bevölkerung im unteren Baselbiet hinter uns steht», sagt Komitee-Präsident Steffen Herbert. Und Schaefer ergänzt: «Kein Zweifel: Wenn alle Unterbaselbieter abstimmen gingen, würden wir gewinnen.» Bloss ob man genug mobilisieren könne, sei die Frage.

Dabei betonen die Initianten nochmals, dass sie nicht gegen die gemeinsame Spitalgruppe von Universitätsspital Basel und Kantonsspital Baselland sind – sondern allein gegen den Abbau der Grundversorgung im Unterbaselbiet. «Viele Menschen zeigten sich am Infoabend besorgt und fragten, wo sie denn hingehen müssten, sollte das Bruderholzspital vieles nicht mehr anbieten», sagt Herbert. Dass auf dem Bruderholz die Notfallstation abgeschafft werden soll, sei schon alleine aus dem Grund fahrlässig, da der Notfall am Unispital bereits heute total überlastet sei. Überhaupt sei auffällig gewesen, wie wenig die Bevölkerung über die Pläne der Regierungen gewusst habe. Viele hätten zudem gedacht, dass der Umbau des Bruderholzspitals zur Tagesklinik bereits unumstösslich feststehe.

Regierungen ohne Plan B

Die monatelange Unsicherheit, was genau aus dem Standort Bruderholz wird, hätte ausserdem dem Personal stark zugesetzt, wie mehrere Votanten anmerkten. «Thomas Weber hätte versprechen können, dass der Standort in seiner heutigen Form sicher noch zehn Jahre beibehalten wird», sagt Schaefer. Dies, weil sich die Umsetzung der Spitalgruppe so oder so lange hinziehen werde. «Das hätte etwas Planungssicherheit für das Personal bedeutet, doch Weber hat bis heute nichts gesagt.» Spätestens Mitte 2017 kommt die Initiative, die Ende 2015 mit rund 4000 Unterschriften zustande kam, zur Abstimmung. Bis jetzt hatten die Regierungen keinen Plan B, sollte es ein Ja geben. Vielleicht ändert sich das heute.