Landskroner Bräu

Frisch gebrautes Bier aus dem ehemaligen Milchhüsli

Die Freunde Dominik Neff und Raphael Stöckli wollen kein Massenprodukt brauen, mit dem man sich «besäuft».

Die Freunde Dominik Neff und Raphael Stöckli wollen kein Massenprodukt brauen, mit dem man sich «besäuft».

Zwei junge Freunde haben das Milchhüsli in Hofstetten in eine Brauerei umfunktioniert.

Vor einem Jahr hätten sich Dominik Neff und Raphael Stöckli nicht erträumen lassen, einmal eine eigene Brauerei zu besitzen. Heute sitzen die jungen Männer stolz vor ihrem «Bierhüsli» oder auch Landskroner Bräu in Hofstetten. Seit zwei Wochen sind die Renovationsarbeiten beendet und Neff und Stöckli können ihr Landskroner Bier im ehemaligen Milchhüsli brauen.

Die Freude über den neuen Standort ihrer Brauerei ist den beiden deutlich anzusehen. «Das Milchhüsli ist dafür der ideale Ort», sagen Neff und Stöckli. Die Hygiene sei bei einem Milchhüsli sehr hoch, was einer Bierbrauerei, die dies voraussetzt, entgegenkommt. Auch Stolz schwingt bei den jungen Männern mit, als sie erzählen, dass sie die Sanierung zu einem Teil selber durchführten. Der komplette Boden des Milchhüslis sowie die Strom- und Wasserleitungen mussten ausgewechselt werden. Zudem erhielt das «Bierhüsli» einen Neuanstrich.

«Das Produkt macht uns ebenfalls sehr stolz.» Damit meinen sie die drei Biersorten, die in der Landskroner Bräu produziert werden. Es handelt sich dabei um das Landskroner Pilsner, das Landskroner Weizen und das Landskroner Klosterbräu.

Nachfrage verlangt Erweiterung

Vor eineinhalb Jahren besuchten die zwei Freunde einen Braukurs in Bünzen, in dem sie Bier brauen lernten. Das nötige Theoriewissen eigneten sich der UBS-Kundenberater und der damalige Pharmaziestudent, der heute Medizin studiert, selber an. Mit diesen Voraussetzungen ging es ans Ausprobieren im Keller von Neff. Daher kommt unter anderem auch der Name der Brauerei: Neff wohnt am Landskronweg in Witterswil. Ausserdem gefalle ihnen das Symbol und die Landskron sei im hinteren Leimental tief verankert. Die erforderlichen Geräte besorgten sie in Bünzen. Die Jungbrauer benutzten von Anfang an Material von Top-Qualität.

«Der allererste Braugang verlief erstaunlich gut», meinen die beiden. «Das Bier überzeugte durch seinen Geschmack.» Das gute Gelingen können sie wohl auch ihrer guten Vorbereitung verdanken. Trotzdem musste durch viel Experimentieren die optimale Temperatur oder die richtige Menge an Hopfen und Malz herausgefunden werden. Da half den zwei Freunden das Pharmaziewissen von Stöckli.

Die Leimentaler starteten mit 50 Liter pro Braugang. Am Anfang wurden sie von ihren Familien und Freunden unterstützt. «Die Rückmeldungen waren sehr positiv», sagt Stöckli. Neff ergänzt: «Ausserdem war die Nachfrage sehr gross.»

Die Nachfrage ermöglichte es ihnen, sich auf 100 Liter pro Braugang zu vergrössern. Schon bald verkauften die Jungbrauer ihr Bier nicht nur an Bekannte, sondern belieferten auch Feste in der Umgebung. Mit ihrer Brauerei haben sie neuerdings auch Anfragen von Restaurants aus dem hinteren Leimental, wie sie gegenüber der bz sagen. In einem Café in Basel wird das Landskroner Bier bereits verkauft. «Das Ziel ist aber nicht, dass unser Bier in jeder Bar verkauft wird», sagt Neff. Beide möchten nicht, dass es sich zu einem Massenprodukt entwickelt und dass man sich damit «besäuft».

Solange Neff seiner Arbeit und Stöckli seinem Studium nachgehen, können sie die Brauerei nicht als Haupterwerb betreiben. Durch ihre Grösse habe die Brauerei auch ihren Charme. Dennoch könne man nicht nur von einem Hobby sprechen. Neff und Stöckli würden es als ein erweitertes Hobby, oder eher als eine Leidenschaft, bezeichnen. «Wenn wir nicht vom Produkt überzeugt wären, würden wir uns diesen Aufwand nicht machen.»

Bier als Qualitätsprodukt

«Wir sparen nicht an Zutaten», sagt Stöckli. Diese seien wie die Braugeräte von bester Qualität. Die beiden 21-Jährigen haben in neue Geräte investiert, mit denen sie 400 Liter pro Braugang produzieren können. Ein wesentlicher Unterschied zum «Industriebier» sei ausserdem, dass das Landskroner Bier nicht filtriert wird. Grosse Brauereien täten dies unter anderem, um das Bier länger haltbar zu machen. «Dadurch verliert das Bier aber an Geschmack», erklärt Stöckli.

Neff und Stöckli gründeten mit Landskroner Bräu den gleichnamigen Verein, um ihre hohen Investitionen teilweise bewältigen zu können und eine Gemeinschaft von Bierfreunden zu gründen. Mit einer Mitgliedschaft könne man die Brauerei unterstützen und ermöglicht so, die Biervielfalt in der Region zu stärken. Neff und Stöckli können sich vorstellen, in der Landskroner Bräu vielleicht selber einmal Braukurse zu geben.

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