Buckten

Früherer Manager rückt Daten nicht raus: Halal-Metzgerei geht offline

Online geht gar nichts mehr bei der Sila AG. Ursache ist aber nicht eine erneute Attacke auf den Fleischverarbeitungs-Betrieb, sondern eine heikle Textstelle auf der Webseite.

Die Website der Sila AG in Buckten ist nicht mehr aufrufbar. Es erscheint die Meldung «404 – Not found». Die Fehlermeldung hat aber nur indirekt etwas zu tun mit dem versuchten Brandanschlag auf den Halal-Schlachthof- und Fleischhandelsbetrieb von Anfang Januar. Damals platzierten Unbekannte Brandsätze im Gebäude, diese brannten aber nie. 

Sila-AG-Geschäftsführer Adrian Lüscher sagt zur bz, er habe veranlasst, dass die Seite vom Netz genommen wird. Denn auf ihr war fälschlicherweise zu lesen, in der Sila AG würden Schächtungen vorgenommen, was verboten wäre. Seit Inkrafttreten des Tierschutz-Gesetzes 1978 ist das Schächten von Säugetieren in der Schweiz untersagt.

Früherer Geschäftsleiter nahm Zugangsdaten mit

Er sei von verschiedenen Seiten auf die Textstelle aufmerksam gemacht worden, sagt Lüscher. Unter anderem habe das kantonale Veterinäramt angeklopft und ihm das rasche Entfernen der kritischen Passage nahegelegt.

Die «Volksstimme» schreibt, das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat erst durch eine Anfrage der Zeitung davon erfahren, dass die Sila AG auf ihrer Website von Schächtung spricht. Dieser Begriff müsse entfernt werden, habe das Bundesamt zur Auskunft gegeben. Die verantwortliche Stelle im Kanton Baselland sei informiert worden. 

«Ich konnte die Stelle nicht selber ändern», beteuert Lüscher auf Anfrage der bz. Die Zugangsdaten besitze sein früherer Geschäftspartner Murat Sahin. Ihm galt die Attacke, deren Urheber im linksextremen Milieu vermutet werden: Erdogan-Verehrer Sahin sei ein Denunziant. Lüscher beteuert, schon seit 2018 sei Sahin nicht mehr im Betrieb tätig. Laut Handelsregister schied er im vergangenen Jahr aus dem Verwaltungsrat aus. 

Sahin präsidiert den Schweizer Ableger der Union Internationaler Demokraten (abgekürzt UID). Die UID gilt als Lobby-Organisation der türkischen Regierungspartei AKP ausserhalb der Türkei.

Die «Sonntagszeitung» berichtete, dass Sahin 2017 an einem Erdogan-kritischen Anlass an der Universität Zürich Teilnehmer fotografierte und die Aufnahmen türkischen Behörden übermittelt habe. Das löste diplomatische Verstimmungen zwischen der Schweiz und der Türkei aus. Bislang haben weder die UID, noch Sahin auf Anfragen der bz reagiert. 

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