Ruine Pfeffingen

Fünf Jahre hats gedauert, nun ist ein Teil des alten Glanzes zurück

Es ist soweit: Die «neue» Ruine Pfeffingen ist nicht mehr wiederzuerkennen. Wir waren bei der Vorbesichtigung dabei.

Würde man dem Leiter der Römerstadt vorschlagen, den Schönbühltempel auf dem in Augusta Raurica erhaltenen historischen Fundament wiederaufzubauen, würde er einen umgehend den Löwen zum Frass vorwerfen. Was anderswo ein archäologisches Sakrileg wäre, hat sich aber im Fall der Ruine Pfeffingen als Erfolgsmodell erwiesen.

Monica Gschwind über die Sanierung der Burg Pfeffingen

Monica Gschwind über die Sanierung der Burg Pfeffingen

Monica Gschwind hat für die bz drei Fragen rund um die frisch sanierte Burg Pfeffingen beantwortet.

Rund 750 Tonnen Kalkstein haben die Maurer des lokal ansässigen Baugeschäfts Rofra während der vergangenen fünf Jahre verbaut, um markante Teile des Wohnturms, weiterer Bauten und der Mauerabschnitte zu rekonstruieren. Rund 300 Tonnen davon waren wiederverwertete Steine aus dem Ruinenumfeld. «Rekonstruktionen sind immer eine gefährliche Gratwanderung», sagt der Baselbieter Kantonsarchäologe Reto Marti, «aber hier hat es sich, bei aller angewendeten Vorsicht und Reflexion, gelohnt.»

Durch die Erhöhung und Komplettierung markanter Ruinenpartien hat die ganze Anlage heute klare Konturen erhalten. Die funktionale Bedeutung der einzelnen Burgenelemente erschliesst sich jetzt viel deutlicher als zu jener Zeit, als die Anlage noch grossflächig überwachsen war. Die einstigen Trampelpfade sind neu gestalteten, breiten Wegen gewichen, die zusammen mit den neuen Treppenzugängen und übersichtlichen Info-Tafeln die Erkundung der gesamten Ruine wesentlich einladender gestalten. Zwei Grillplätze und Sitzbänke dürften von künftigen Ausflüglergenerationen rege benützt werden.

Neue Aussichtsplattform

Die Aussage der Baselbieter Kulturministerin Monica Gschwind ist bezeichnend und wird vermutlich noch manchem Besucher in den Sinn kommen, der die Ruine Pfeffingen von früheren Exkursionen her in Erinnerung hat: «Vor zwei Jahren war ich das erste Mal hier oben, aber jetzt ist die Anlage nicht wiederzuerkennen.»

Ein besonderes, neu gestaltetes Glanzlicht ist die Aussichtsplattform aus Leichtmetall an der Südmauer, die bei schönem Wetter die bisher jahrhundertelang versperrte Sicht auf die Rückseite des Wohnturms und in Richtung Laufental erlaubt. «Da konnten wir einfach nicht widerstehen, diese hinzuzufügen», sagt der archäologische Projektleiter Michael Schmaedecke.

Aber selbstverständlich waren es nicht touristische Aspekte, welche die vor gut 10 Jahren aufgegleiste Totalsanierung notwendig machten. 2007 musste der Wohnturm für das Publikum aus Sicherheitsgründen gesperrt werden, da die Bausubstanz derart angegriffen war, dass «gewisse Mauersteine nur noch aus purer Gewohnheit nicht herabfielen», wie der Baselbieter Kantonsarchäologe Reto Marti im Rückblick sagt. Ab 2011 begannen die Baumfällungen und die Rodung des Geländes, ab 2013 folgten die einzelnen Sanierungsetappen, die diesen Juli, ein Jahr früher als geplant, zur allgemeinen Zufriedenheit abgeschlossen wurden.

Willkommene Subvention

Für Regierungsrätin Gschwind ist jeder Rappen der 7,16 Millionen Franken Sanierungskosten, knapp 260 000 Franken mehr als budgetiert, gut investiertes Geld «für den Erhalt eines bedeutenden Kulturguts». Doppelt erfreulich, wenn die Schlussabrechnung durch die ursprünglich nicht eingeplanten 1,76 Millionen Bundessubventionen wesentlich entlastet werden wird.

Dass es an der gestrigen Medien-Vorbesichtigung wie aus Kübeln regnete, und von der viel gelobten Aussicht vor lauter Nebelschwaden nicht viel zu erkennen war, darf getrost unter dem Stichwort «Künstlerpech» abgebucht werden. Bereits für das offizielle Einweihungsfest an diesem Sonntag (siehe Box) versprechen die Vorhersagen ein Wetter, dass den wiederhergestellten Glanz ob Pfeffingen viel besser zur Geltung bringen wird.

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Zur Einweihung ein Volksfest am Sonntag

Ein Volksfest übermorgen Sonntag (ab 10.30 Uhr) bildet den Höhepunkt der offiziellen Wiedereröffnung der Ruine Pfeffingen. Ab 12 Uhr werden im Beisein von Regierungsrätin Monica Gschwind Musikeinlagen verschiedener Formationen, eine Vorführung der Schwertkampftruppe Claidheam Mor (14 Uhr) sowie ab 15 Uhr stündlich geführte Rundgänge angeboten; selbstverständlich begleitet von einem reichhaltigen Verpflegungsangebot. Die Organisatoren weisen darauf hin, dass die Ruine nur zu Fuss erreichbar ist. Alternativ wird ab dem Parkplatz gegenüber der Pfeffinger Fahrkirche von 10 bis 16.30 Uhr zu jeder halben Stunde eine Bus-Shuttle-Verbindung zur Burg hinauf eingerichtet.

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