Langenbruck

Für die eigene Werkstatt haben die Frauen kräftig in die Pedale getreten

Weil die Kunden Velos immer häufiger im Internet kaufen, konzentriert sich «Velo-Huus»-Inhaberin Irene Meyer auf Reparaturen. ewi

Weil die Kunden Velos immer häufiger im Internet kaufen, konzentriert sich «Velo-Huus»-Inhaberin Irene Meyer auf Reparaturen. ewi

Vom Secondhand-Laden zur Reparatur-Werkstatt: Das Velo-Huus Langenbruck hat in seiner 30-jährigen Geschichte viel erreicht. Der gemeinsame Wille, unabhängig ein Geschäft zu führen, hat die beiden Frauen Ruth Mesmer und Irene Meyer vorwärtsgetrieben.

Vom Secondhand-Laden zur Reparatur-Werkstatt: Das Velo-Huus Langenbruck hat in seiner 30-jährigen Geschichte einige Etappenziele erreicht. Der gemeinsame Wille, unabhängig das eigene Geschäft zu führen, hat die beiden Frauen Ruth Mesmer und Irene Meyer stets vorwärtsgetrieben. Obwohl der eingeschlagene Kurs oft gewechselt werden musste. «Jede Idee hat seine Lebensdauer», sagt die Velomechanikerin Irene Meyer. Das verpflichte, sich ständig neu zu orientieren.

Der Kundenwunsch nach Occasion-Velos hat die beiden Frauen in Richtung Velowerkstatt gelenkt. Und Irene Meyer aus dem Büro gelockt. «Mit 27 Jahren war der Wunsch, handwerklich tätig zu sein, riesig», erinnert sich Meyer. Etwas Kaputtes mit den eigenen Händen zum Laufen zu bringen, habe sie schon immer fasziniert.

Einzige Frau

Erst die Fragen, wo denn der Chefs, die Männer, dieser Werkstatt blieben, hat Meyer motiviert, ein Diplom für den neu erlernten Beruf Velomechanikerin zu erwerben. «In der Gewerbeschule war ich natürlich die Älteste – und die einzige Frau», sagt die Quereinsteigerin.

Fünf Jahre gaben sich die Beiden Zeit, um das Velo-Huus auf eigene Beine zu stellen. «Wenn das Geschäft nicht anläuft, muss man die Bremse ziehen», weiss die Mechanikerin.

Dazu kam es nicht. Denn es sei immer das Ziel gewesen, sich von der Konkurrenz abzuheben. Etwa mit dem Verkauf von preiswerten Auslaufmodellen oder der bereits im Jahr 1993 aufgeschalteten Internetseite. «Wir haben immer versucht, Ideen möglichst rasch umzusetzen», erklärt Meyer.

Die Arbeitsteilung war klar: Während sich Ruth Mesmer um den Verkauf kümmerte, reparierte Irene Meyer in der Werkstatt. Bis sich Mesmer 2006 altersbedingt vom Velo-Huus verabschiedete.

Internet zerstört das Geschäft

Bald stand fest, dass die Doppelbelastung Meyers auf die Dauer nicht funktioniert. «Der Verkauf-Frust wurde zudem immer grösser, die Kunden fanden ihre Schnäppchen häufig übers Internet und änderten ihr Konsumverhalten», erinnert sich die 52-Jährige.

«Als ich merkte, dass mir die Freude am Verkauf abhandenkam, war es an der Zeit, das Velo-Huus zurück zu den Wurzeln zu führen», sagt Meyer. Sie beschloss vor einem Jahr, den Verkauf einzustellen und den Schwerpunkt ausschliesslich auf Reparaturen zu legen.

Ein zusätzliches Standbein hat die unabhängige Geschäftsfrau durch ihr Engagement im Familienunternehmen für Motor-Sensen-Zubehör: Seit zwanzig Jahren kümmert sie sich um Montage, Buchhaltung und Administratives. Das Büro für die eigene Firma zu führen, sei kein Problem, zeigt sich Meyer versöhnlich. Sie sei zwar vor dem Büroalltag geflüchtet, aber dennoch froh um ihre Erstausbildung.

Letztes Velo verkauft

In die Zukunft blickt Irene Meyer hoffnungsvoll: Gerade vergangenen Samstag wurde das letzte Bike des Velo-Huus verkauft. Nun kann sich die gewissenhafte Handwerkerin wieder auf ihre Lieblingsarbeit konzentrieren: Velos zu reparieren.

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