Landwirtschaft

Für die Zeit nach Corona: Welcher Bauer hat die schönste Blumenwiese?

Das Baselbiet startet einen Wiesenwettbewerb.

Das Baselbiet startet einen Wiesenwettbewerb.

Erstmals findet im Mai und Juni die Baselbieter Wiesenmeisterschaft statt. Erstaunlich viele Landwirte machen mit.

Wenn wegen dem Corona-Virus keine Meisterschaften mehr stattfinden, eine geht im Sommer über die Bühne: die Baselbieter Wiesenmeisterschaft. Denn hierbei geht es nicht um menschliche Massenansammlungen, sondern um floristische. Ausgezeichnet werden nämlich mit dieser im Kanton erstmals durchgeführten Meisterschaft die Bauern mit den schönsten Blumenwiesen.

Erstaunlich dabei: Nicht weniger als 56 Landwirtschaftsbetriebe haben 88 solcher Flächen angemeldet, wie gestern die drei Trägerorganisationen Bauernverband beider Basel, Baselland Tourismus und Pro Natura Baselland mitteilten. Urs Chrétien von Pro Natura, der eigentliche Organisator, frohlockt: «Dieses Echo übertrifft meine Erwartungen.» Die Teilnehmer kämen vor allem aus den Bezirken Sissach, Waldenburg und Laufen.

Den Bauern winkt insgesamt ein Preisgeld von 14'000 Franken, der Natur mehr Blumenwiesen. Denn Chrétien meint zu den Erwartungen an den unkonventionellen Wettbewerb: «Wenn die Bauern sehen, dass ein floristischer Artenreichtum weitherum geschätzt wird, setzen sie sich motivierter mit der Thematik auseinander. Wir wollen mit der Meisterschaft die Bauern und die Bevölkerung sensibilisieren.»

Vor allem klassische Blumenwiesen auf Rückzug

Wobei Blumenwiese nicht einfach Blumenwiese ist. Der Wettbewerb schüttet Preise in vier Kategorien aus, jeweils 2000 Franken für den Sieger, 1000 für den Zweiten und 500 für den Dritten. Unterteilt wird in Berggebiete – das ist im Baselbiet vor allem der Faltenjura – und Talgebiete sowie in Trespen- und Fromentalwiesen.
Letztere sind die eigentlichen Blumenwiesen mit einer Vielzahl von Arten wie Margerite, Witwenblume oder Wiesensalbei. Chrétien: «So sahen früher 80 Prozent aller Wiesen aus. Hier pflückte man den klassischen Maien. Diese natürlichen Fettwiesen sind massiv zurückgegangen.»
Weil sie viel zu wenig Augenmerk erhielten, wolle Pro Natura Baselland nächstes Jahr im Kanton eine Bestandesaufnahme der Fromentalwiesen machen. Die Trespenwiesen wiederum stehen auf mageren Böden und werden deshalb auch Magerwiesen genannt. Sie sind weniger farbenfroh, dafür beherbergen sie seltene Arten wie diverse Orchideen.

Im Mai und Juni beurteilt eine Jury unter Leitung der ehemaligen Ebenrain-Mitarbeiterin Susanne Kaufmann die eingereichten Flächen. Kaufmann ist eine der besten Pflanzenkennerinnen im Kanton und laut Chrétien auch von den Bauern breit akzeptiert. Die Preisverleihung findet im Sommer statt.

Autor

Andreas Hirsbrunner

Andreas Hirsbrunner

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