Industrie

Für Löhne bei Swissmetal siehts «besser aus als auch schon»

Fabrikhalle von Swissmetal im solothurnischen Dornach

Fabrikhalle von Swissmetal im solothurnischen Dornach

Bei Swissmetal gibt es, wenn auch zaghaft, positive Signale: Ein vernünftiger Verhandlungston mit den Sozialpartnern und ein potenzieller Kapitalgeber wecken Hoffnung auf Rettung der Arbeitsplätze.

Gestern Nachmittag fand im Rahmen des Konsultationsverfahrens eine Sitzung statt, an der Verwaltungsratsmitglied Arturo Giovanoli den Gewerkschaften Unia und Angestellte Schweiz sowie den Vertretern von Betriebs- und Angestelltenkommission Red und Antwort stand. Nachdem vor gut einer Woche in der ersten Sitzung der Ton laut und die Stimmung gereizt war, habe man gestern sachlich miteinander gesprochen. Dies berichten sowohl Michael Lutz, Regionalsekretär Angestellte Schweiz, als auch Bruno Baumann, Industriesekretär Unia Nordwestschweiz.

Informationen fliessen nun

Es ging in erster Linie um die Daten zur Firma, welche die Gewerkschaften verlangt hatten, um im Rahmen des Konsultationsverfahrens Alternativvorschläge zur Massenentlassung von bis zu 290 Mitarbeitenden auszuarbeiten. «Giovanoli hat die Fragen so weit als möglich beantwortet», erklärt Lutz. «Swissmetal ist jetzt ihren Verpflichtungen nachgekommen.» Auch Baumann sieht «die meisten Fragen zur Zufriedenheit beantwortet». Das ist ein ganz anderer Ton als nach der ersten Sitzung, als Unia «Belogen, betrogen und verkauft!» wetterte.

Betriebs- und Angestelltenkommission sowie die beiden Gewerkschaften werden nun auf der Basis der Daten Vorschläge erarbeiten und diese am 21. Juli der Geschäftsleitung und zugleich an einer geplanten Betriebsversammlung der Belegschaft präsentieren. «Aus der Belegschaft sind diverse Ideen gekommen. Dies zeigt das Engagement der Leute für ihre Firma», erklärt Baumann. «Ich hoffe, dass die Geschäftsleitung die Vorschläge seriös prüfen wird.»

Optimismus bezüglich Julilöhnen

Zum neuerdings konstruktiveren Klima dürfte beitragen, dass Giovanoli offenbar hat durchblicken lassen, dass es bezüglich der Juli-Löhne «besser als auch schon» aussehe.

Swissmetal hatte am Vorabend mitgeteilt, sie führe «Gespräche mit dem französischen Kupferhalbzeugunternehmen Le Bronze Industriel mit dem Ziel, die Schweizer Aktivitäten unter ihrem Dach weiterzuführen.» Doch derzeit würden noch keine konkreten Ergebnisse vorliegen. «Wenn wir dies mitteilen, dann hat bereits mehr stattgefunden als ein Fünfminuten-Gespräch», meint Swissmetal-Sprecherin Eva Dziurzynski.

Le Bronze Industriel mit Sitz im nordfranzösischen Suippes und einer Niederlassung im hessischen Gladenbach scheint derzeit auf Expansionskurs, teilt sie doch auf ihrer Website mit, sie habe im April die Firma Bronze Inox SAS vor den Toren von Paris gekauft.

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