Der ehemalige Baselbieter Grünen-Landrat Philipp Schoch hat am Wochenende seinen Partner geheiratet. Was an sich Privatsache ist, hat vorliegend eine politische Dimension. Schoch, 2016/2017 Landratspräsident und damit höchster Baselbieter, postete auf Facebook Fotos von seiner Hochzeit in Karlsruhe und schrieb: «Schade, dass das in der Schweiz (noch) nicht möglich ist.»

In der Schweiz hätte der 46-jährige Prattler die gleichgeschlechtliche Partnerschaft nur eintragen lassen dürfen; eine den Hetero-Paaren gleichgestellte Ehe gibt es nicht. Schoch wollte aber richtig heiraten – so entschieden sich die beiden für eine Eheschliessung in Deutschland. «Für mich ist wichtig, dass unsere Ehe gleichgestellt ist zu einer klassischen Hetero-Ehe und dass ich künftig von ‹meinem Mann› sprechen kann – und nicht von ‹meinem eingetragenen Lebenspartner›».

Viele Gratulationen auf Facebook

Was er am Wochenende mit seinem Partner erleben konnte, sei aus seiner Sicht völlig identisch mit einer Hetero-Hochzeit. Nicht Deutschland sei exotisch, sondern die Schweiz, findet Schoch.

Die gleichgeschlechtliche Ehe ist mittlerweile in allen mittel- und nordeuropäischen Ländern möglich. Schoch hat nach deutschem Recht geheiratet und wird die Ehe, da kein automatischer Datenaustausch stattfindet, nun bei einem Schweizer Standesamt anmelden. Hier hat diese gleichwohl nur den Status einer eingetragenen Partnerschaft.

Schochs Heirat hat auf Facebook für Aufsehen gesorgt: Neben mehreren hundert Likes zu den Hochzeits-Fotos erhielt er zahlreiche Gratulationen – unter anderem von Regierungsrat Thomas Weber (SVP).

Philipp Schoch politisierte von 2003 bis 2018 im Landrat und präsidierte über viele Jahre auch die Baselbieter Grünen. 2020 möchte er in Pratteln Gemeinderat werden.