Ferrari, Bugatti und Alfa Romeo hatten wir schon, die Mailänder Edelkarrosserie Zagato genauso wie die sicheren Werte Porsche, Jaguar oder MG. Ja, welche Marke könnte Besitzer und Oldtimer-Freak Stephan Musfeld in seinem Pantheon überhaupt noch zeigen? Maserati natürlich!

Tatsächlich zeigt die 21. Sonderausstellung seit der Pantheon-Eröffnung 2008 einen weiteren Traum an Blech-Ästhetik, Hubraum-Protzerei und PS-Rausch. Insgesamt 32 zwischen 1928 und 2005 gebaute Raritäten der lombardischen Automobilbauer hat Musfeld unter seinem Dach versammelt. Für jüngere Besucher dürfte der Maserati Corsa 12 Zylinder einen Höhepunkt darstellen, der von 2005 bis 2008 die Gran-Turismo-Markenwertung des Automobilverbands FIA dominierte und schlappe 340 km/h auf den Tacho brachte. Fans von älteren Fahrzeugen dürften sich dagegen an solch schnittigen Flitzern wie dem Tipo 26 ergötzen, der 1931 den Grand-Prix von Tunis für sich entschied und den ersten «richtigen» Maserati der Firmengeschichte darstellte – schon damals mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h wohlgemerkt.

Triumphe und Krisen

Diese Firmengeschichte liest sich wie eine Familienangelegenheit unter Brüdern. Umso stolzer ist Stephan Musfeld auf den Umstand, dass Alfieri Maserati, Sohn von Ernesto, einem der sieben ursprünglichen Maserati-Fratelli, an der Ausstellungseröffnung höchstpersönlich anwesend war. «Die Brüder Maserati bauten im Bologna der 1930-Jahre atemberaubende Rennwagen, mit denen sie als Fahrer selbst grosse Erfolge feierten. Die Weltwirtschaftskrise machte ihnen einen Strich durch die Rechnung, sie mussten aufgeben, wurden übernommen und verkauften ihren Namen», fasst Musfeld die turbulente, wechselvolle Frühzeit von Maserati zusammen. Von Investoren gerettet, sei Maserati stets der Inbegriff für Eleganz, Luxus und Geschwindigkeit gewesen. Mit dem Formel-1-Weltmeistertitel des legendären Juan Manuel Fangio 1957 auf einem Maserati 250F feierte die Marke einen Höhepunkt, wobei die Fratelli Maserati zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr an Bord waren. Auch die britische Rennfahrerlegende Stirling Moss feierte auf Maserati in der Formel 1 Erfolge, während drei der Brüder erfolglos versuchten, die eigene Nachfolgemarke OSCA in Bologna zum Abheben zu bringen.

Im Zuge der Ölkrise der 1970er-Jahre verlor Maserati viel von seinem einstigen Glanz und konnte sich nur durch die Übernahme durch andere Grossmarken – zuerst Citroën, 1993 dann Fiat, heute Fiat-Chrysler – über die Zeit retten. Trotzdem ist die Marke für viele bis auf den heutigen Tag Kult geblieben – dank Entwürfen wie dem Maserati 5000 GT von 1962, dem «schönsten» überhaupt, der heutzutage, wenn überhaupt, nicht unter einer halben Million Franken zu kriegen ist.

Maserati 21. Sonderausstellung im Pantheon Basel, Muttenz. Noch bis 15. April 2018. Mo–Fr, 10.00–17.30 Uhr. Sa und So, 10.00–16.30 Uhr, Eintritt 10 Franken.