Kantonsfusion

Fusionsgegner werden von den Befürwortern nicht ganz ernst genommen

Das Nein-Komitee bei der Gründungsveranstaltung gestern in Therwil (rechts SVPler Oskar Kämpfer, links der Kulturschaffende Hans A. Jenny).

Das Nein-Komitee bei der Gründungsveranstaltung gestern in Therwil (rechts SVPler Oskar Kämpfer, links der Kulturschaffende Hans A. Jenny).

Die Fusionsbefürworter schmunzeln ein wenig über die Gegner einer Kantonsfusion beider Basel. Denn das Nein-Komitee besteht weitgehend aus No-Names und wirkt nicht eben Furcht einflössend.

«Mit diesem Nein-Komitee wird die Kantonsfusion zum Selbstläufer», sagt Elisabeth Schneider-Schneiter im Scherz. Natürlich weiss auch die Baselbieter CVP-Nationalrätin, dass der Weg zur Wiedervereinigung weit ist. Was den Fusionsturbo aber tatsächlich optimistisch stimmt, ist, dass sich kaum nennenswerte Mittepolitiker im Co-Präsidium der Gegner finden. Neben dem nachgerückten Sissacher FDP-Landrat Marco Born ist da lediglich noch Walter Jermann, der notorische CVP-Abweichler aus dem Laufental.

Grosse Namen bewusst aussen vor gelassen

Dazu kommen von der SVP die Landrätin Caroline Mall (Reinach), der Gelterkinder Sektionspräsident Hans Urs Spiess sowie Nationalrat Thomas de Courten. Das ist für Schneider ein Zeichen dafür, dass «die Fusion heute bis weit ins bürgerliche Lager hinein zumindest als prüfenswert erachtet wird». Offensichtlich sei es schwierig gewesen, namhafte Fusionsgegner zu finden. Oskar Kämpfer hingegen, der das Co-Präsidium auf die Beine gestellt hat, versichert, dass er bewusst nicht Jagd auf klingende Namen gemacht habe. «Für die Glaubwürdigkeit ist es viel wichtiger, dass wir Leute haben, die tatsächlich auf die Strasse gehen und motivieren können.» Ausserdem sehe er sich nicht in der Position, sich verteidigen zu müssen. «Walter Jermann oder Thomas de Courten sind durchaus prominente Namen.»

Kirchmayr fehlt die Perspektive

Trotzdem hebt er hervor, dass die Musik heute vor allem in den sozialen Medien spielt. «Wir werden eine hohe Präsenz auf Facebook haben», verspricht Kämpfer. Im Raum steht auch eine App der Fusionsgegner. Nicht anzunehmen, dass sich der grüne Landrat Klaus Kirchmayr diese App runterladen wird. Er, der im Trägerverein der Fusionsbefürworter sitzt, will zwar über die Zusammensetzung des Gegnerkomitees nichts sagen. Was er aber «schade findet», ist, dass die Fusionsgegner bei der Präsentation des Komitees einmal mehr nur die Gegensätze zwischen den Baselbietern und Baslern betont hätten. Was Kirchmayr fehlt, sei eine langfristige Perspektive zweier getrennter Kantone: «Wie wollen wir da gegen die Wirtschaftsräume Zürich, München oder Frankfurt bestehen?»

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