Privatschule

Gallenacher Privatschule auf Bewährung: Angebot gekürzt, Schulgelder erhöht

Kann nach den Sommerferien in ein neues Jahr starten: die Gallenacher Schule.

Kann nach den Sommerferien in ein neues Jahr starten: die Gallenacher Schule.

Nach dem Konkurs der Privatschule erhält die Nachfolgerin in Pratteln die Bewilligung für ein Jahr. Die neue Schule muss sparen.

Die Schüler der «Neuen Gallenacher Schule» dürfen erst einmal aufatmen. So können sie wohl noch bis im Sommer 2021 die Schule im ehemaligen Coop-Lagergebäude unweit des Bahnhofs Pratteln besuchen. Die Baselbieter Bildungsdirektion hat am Freitag bekannt gegeben, dass die Privatschule die Bewilligung für das Jahr 2020/21 erhält. Diese Gewissheit war bis vor kurzem alles andere als gegeben. Im Februar meldete die Lebensart003 GmbH, zu der auch die Privatschule Gallenacher gehörte, nämlich Insolvenz an. Für kurze Zeit sah es so aus, als ob die 144 Schüler an den Standorten Pratteln, Liestal und Reinach nach den Fasnachtsferien nicht mehr in ihr Klassenzimmer zurückkehren können.

Der Schule ist die Sozialkompetenz der Schüler ein grosses Anliegen. Zudem setzt sie auf die Einbindung der Eltern in den Bildungsweg der Kinder. So erstaunt es nicht, dass Eltern und Lehrer kurzerhand eine Task Force gründeten, um die Schule zu retten. Mit Erfolg: Im März 2020 erteilte das kantonale Amt für Volksschule (AVS) der Privatschule «Neue Gallenacher Schule» die Erlaubnis zur Eröffnung. Allerdings nur eine befristete bis Ende Schuljahr 2019/20.

Angebot gekürzt, Schulgelder erhöht

Die neue Trägerschaft reichte deshalb am 15. Juni ein Bewilligungsgesuch für ein weiteres Jahr ein: Dieses hat das AVS nun gutgeheissen. Dass einer neuen Schule die Bewilligung zunächst einmal nur für ein Jahr erteilt wird, entspricht dem üblichen Vorgehen, schreibt das AVS.

Aktuell sind rund 20 Schüler an der «Neuen Gallenacher Schule» angemeldet. Sie werden am Standort Pratteln zur Schule gehen, verteilt auf zwei Lerngruppen in der Primarschule und eine Lerngruppe auf Sekundarstufe I. Das pädagogische Konzept der Schule bleibt in der Neuausführung gleich, betont David Kron. Er ist Vorstandsmitglied und Schulleiter ad interim der «Neuen Gallenacher Schule».

Zu gewissen Änderungen kommt es aus wirtschaftlichen Gründen trotzdem. So endet die Tagesschule jeweils schon um 16 Uhr und nicht wie zuvor um 18 Uhr. Auch der Mittwochnachmittag bleibt neu frei. Nicht nur das Angebot musste gekürzt werden, das Schulgeld ist ebenfalls angehoben worden: Von 1050 auf 1500 Franken pro Monat für einen einzelnen Schüler. Für Familien gibt es Rabatt.

Ehemaliger Schulleiter ist wieder mit von der Partie

Die Gallenacher Schule hatte Anfang Jahr gleich mit zwei Krisen zu kämpfen. Der Konkurs fiel nämlich genau in die Zeit des Ausbruchs der Corona-Pandemie. Dies hatte auch eine positive Seite, sagt Kron: «Durch Corona und die Schulschliessung hatten wir Zeit, uns in Ruhe und ohne die Aufmerksamkeit der Medien neu zu organisieren und ein neues Team auf die Beine zu stellen.»

Andererseits stellte die Pandemie auch eine Doppelbelastung dar: Für 34 Schüler musste der Fernunterricht organisiert werden. Da die Schule neu gegründet wurde, konnte sie auch keine Kurzarbeit beantragen. Dementsprechend lag es finanziell auch nicht drin, den Eltern eine Reduktion der Schulgelder zu gewähren. Als die Schule Konkurs ging, wechselten viele die Schule, wodurch auch viele Lehrerstellen weggefallen sind. Für die neue Schule stehen vier Vollzeitstellen zur Verfügung. Der Gründer und ehemalige Schulleiter Denis Bitterli ist auch in der «Schule reloaded» wieder mit von der Partie. Diesmal aber nicht in leitender Funktion, sondern als einfacher Lehrer.

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