Liestal

Gartenbeizen müssen im Stedtli dem Militär weichen

Noch sind im Stedtli keine Gartenbeizen zu sehen.  Boris Burkhardt

Noch sind im Stedtli keine Gartenbeizen zu sehen. Boris Burkhardt

Sonnig und bis zu 25 Grad warm soll es heute werden. Trotz schönen Wetters dürfen die Wirte dieses Wochenende im Stedtli Liestal nicht hinausstuhlen. Grund ist ein Militär-Defilee am Dienstag.

Das ideale Wetter, um sich bei einem kleinen Snack und einem kühlen Bier von den Strapazen des Einkaufens zu erholen. Gerne hätte der Geschäftsführer der Schützenstube in Liestal Sascha Birkenmeier seinen Gästen ein Plätzchen an der Sonne geboten. Die Stadt Liestal hat ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Schon kurz nach der Fasnacht hatte Birkenmeier ein Gesuch eingereicht, um am Strassenrand seine traditionelle «Sommeroase» einzurichten. Jedoch erfolglos. «Vor dem 6. April dürfen keine festen Installationen aufgestellt werden», hiess es in einem Schreiben der Stadt.

Grund ist die Rekrutenschule, die am Nachmittag des 5. April einen Vorbeimarsch im Stadt-Zentrum plant. An diesem Nachmittag müssen zwischen 13 und 16 Uhr die Rheinstrasse ab der Credit Suisse sowie die Rathausstrasse komplett frei sein.

Gastronomie hat das Nachsehen

«Das ist unglaublich», ärgert sich Birkenmeier. Wegen einer Militärparade habe die Gastronomie das Nachsehen. Am Banntag marschierten auch Hunderte von Personen durchs Stedtli, und da sei es auch kein Problem, die Strasse zu räumen.

Seit Tagen wunderten sich die Gäste, wieso bei diesen schönen Frühlingstagen noch niemand hinausgestuhlt habe. «Und dann heisst es immer, der Stadtrat bemühe sich, das Stedtli zu beleben», doppelt der Schützenstuben-Wirt nach.

Diese Kritik lässt Benedikt Minzer aber nicht auf sich sitzen. Grundsätzlich lasse die Stadt Liestal die Gastronomen nicht im Stich, sagt Liestals Stadtverwalter.

Aber dieses Defilee sei für Liestal als Garnisonsstadt wichtig. «Wer weiss, wie lange der Waffenplatz Liestal noch Standort der Rekrutenschule sein wird», betont Minzer. Es gelte deshalb, die Interessen zu wahren.

Stadt lässt mit sich reden

In der Regel darf in Liestal vom 1. April bis 30. November hinausgestuhlt werden. Das ist zwar nicht gesetzlich geregelt, entspricht aber einer langjährigen Praxis. Bis jetzt sei seitens der Gastronomen noch nie explizit der Wunsch geäussert worden, die Gartenbeiz-Zeit vorzuverlegen, bemerkt Minzer. «Die Stadt wehrt sich nicht a priori dagegen.»

Jetzt noch vor dem Vorbeimarsch hinauszustuhlen hält der Stadtverwalter für sinnlos. Der Aufwand für den Auf- und Abbau sei zu gross. Ausserdem hätten Erfahrungen aus der Vergangenheit gezeigt, dass sich bei solchen Übungen nicht alle Wirte an die Regeln halten.

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