Biel-Benken

Gebäudeversicherung zieht am Birsig Konsequenzen

Tritt der Birsig über die Ufer, hat das in den anliegenden Gebäuden rasch teure Schäden zur Folge.

Tritt der Birsig über die Ufer, hat das in den anliegenden Gebäuden rasch teure Schäden zur Folge.

Kritiker des Hochwasserschutzes in Biel-Benken müssen mit Leistungskürzungen rechnen.

Seit vergangenem Donnerstag ist offener denn je, wie Biel-Benken vor Hochwasser geschützt werden soll. Die Gemeindeversammlung folgte dem Antrag IG Birsig, auf das Projekt des Kantons zu verzichten. Die Anwohner wehren sich gegen eine Mauer im Benkemer Ortskern.

Die Folgen des Entscheids werden jetzt wohl auch die Anwohner zu tragen haben. Dass ihre Gebäude auf absehbare Zeit nicht vor den Fluten des Birsigs geschützt sind, obwohl der Kanton Anstrengungen unternommen hat, könnte sich versicherungstechnisch auswirken.

Denn die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung (BGV) hatte schon im Vorfeld auf Anfrage des Gemeinderats erklärt, dass die Anwohner vermehrt selbstständig für ihren eigenen Schutz sorgen müssten. «In Biel-Benken hiesse dies im Falle einer Ablehnung des Projektes, dass im Rahmen jedes zukünftigen Baubewilligungsverfahrens aufgezeigt werden muss, welche Schutzmassnahmen gegen Hochwasser getroffen werden», hiess es. Auf Anfrage bestätigt die BGV jetzt der bz, dass dabei ein hundertjähriges Hochwasserereignis der Massstab ist und dass die Anwohner kaum mit Subventionen rechnen dürfen.

Jeder Schadensfall wird einzeln angeschaut

Was den Anwohnern mehr Sorgen bereiten dürfte: Sie können nicht mehr ganz sicher sein, dass die Gebäudeversicherung beim nächsten Hochwasser auch wirklich Entschädigungen für Schäden an ihren Gebäuden zahlt. Im Brief werden mit Bezug auf die Lage in Biel-Benken Gesetzesparagrafen zitiert, wonach gilt, «dass vorhersehbare Schäden, deren Entstehung durch rechtzeitige, zumutbare Massnahmen hätten verhindern werden können, nicht versichert sind».

Das bestätigt die Versicherung jetzt: «Die BGV behält sich bei wiederholten und/oder voraussehbaren Schäden die Möglichkeit von Vorbehalten oder Ausschlüssen vor.» Allerdings müsse jeder Ereignisfall einzeln beurteilt werden.

Bis zum nächsten Birsig-Hochwasser müssen die Anwohner also wohl mit dieser Ungewissheit leben. Bisher waren solche Überlegungen aber bei der IG Birsig noch kein Thema, wie Sprecher und Anwohner Christoph Jäggy sagt: «Wir werden analysieren, was die Aussagen der Gebäudeversicherungen für uns heissen, und werden daraus unsere Schlüsse ziehen.»

Brief an Gemeinderat vorsichtiger formuliert

Vielleicht waren manche Aussagen, die die BGV vor der Gemeindeversammlung machte, aber eher als Warnung gedacht, um den Widerstand gegen das Kantonsprojekt zu bremsen. So ist im Brief an den Gemeinderat noch die Rede von möglichen Deckungsvorbehalten oder einem Versicherungsausschluss für die Anwohner in Biel-Benken.

Jetzt schreibt die BGV: «Aktuell erwägt die BGV keinen grundsätzlichen Ausschluss aus der Versicherungsdeckung für die Anwohner der Bachgasse in Biel-Benken aufgrund des abgelehnten Hochwasserschutzprojektes.»

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