Passwangstrasse

Gegen eine «Vergoldung» der Strasse: Die Passwangsanierung spaltet die Schwarzbuben

In den nächsten Monaten werden, wie hier während der ersten Bauphase, Arbeiter die Passwangstrasse sanieren.

In den nächsten Monaten werden, wie hier während der ersten Bauphase, Arbeiter die Passwangstrasse sanieren.

Die Passwangstrasse sorgt im Dorneck-Thierstein für Streitigkeiten. Die Ankündigung eines Referendums ruft viel Unverständnis hervor.

Christian Thalmann legt es darauf an, sich in seiner Heimat unbeliebt zu machen. Der Breitenbacher FDP-Kantonsrat ist ein heftiger Kritiker der Sanierung der Passwangstrasse. Der Schwarzbube stellt ein Komitee zusammen, das Unterschriften für eine Volksabstimmung über das umstrittene Projekt sammeln wird. Andere Politiker aus dem Dorneck-Thierstein schütteln über das Verhalten ihres Kollegen den Kopf.

«Wir wollen keine Vergoldung der Strasse»

Seit vier Jahren ist die Passwangstrasse, die das Mittelland mit dem Schwarzbubenland verbindet, eine Baustelle. Die Arbeiten, die sich der Kanton Solothurn rund 45 Millionen kosten lässt, wurden aufgeteilt: Bereits abgeschlossen ist die Sanierung des 1,4 Kilometer langen Abschnitts zwischen dem Scheiteltunnel und dem Beinwiler Schiltloch. Bis 2025 werden die restlichen 2,1 Kilometer zwischen dem Schiltloch und dem Neuhüsli in Beinwil saniert.

Für die zweite Sanierungsphase sprach der Solothurner Kantonsrat im Dezember einen Kredit über 25 Millionen Franken. Während der Debatte äusserten sich einige Parlamentarier aus dem Schwarzbubenland kritisch gegenüber dem Projekt. Nach der Veröffentlichung des Beschlusses im Amtsblatt blieben 90 Tage Zeit, um 1500 Unterschriften für ein Referendum zu sammeln. Genau das wird FDP-Kantonsrat Christian Thalmann in den kommenden Tagen tun. «Ich stelle ein Referendumskomitee zusammen», sagt er. Unterstützer hat er aus dem Schwarzbubenland mit dem SP-Kantonsrat Simon Esslinger aus Seewen sowie dem FDP-Kantonsrat Mark Winkler aus Witterswil. «Wir sind nicht gegen die Sanierung der Passwangstrasse als solches», stellt Christian Thalmann klar. «Aber wir stellen uns gegen eine Vergoldung der Strasse.» Die Passwangstrasse habe für das Schwarzbubenland eine grosse Bedeutung, weshalb die Bauzeit kurz sein soll. Mit 25 Millionen Franken seien zudem die Kosten für die Sanierung zu gross.

Referendum sei Affront gegenüber Schwarzbuben

Der Widerstand aus der Region erstaunt angesichts der Tatsache, dass der Kanton Solothurn hier viel Geld investiert. Kantonsräten, die nahe der Passwangstrasse wohnen, stösst denn das geplante Referendum auch sauer auf.

«Dass Schwarzbuben gegen ein Projekt opponieren, das ihnen selber am meisten nützt, wird auf der anderen Seite des Passwangs nicht auf Verständnis treffen», findet die Erschwiler CVP-Kantonsrätin Susanne Koch. SVP-Kantonsrätin Sibylle Jeker, die ebenfalls in Erschwil wohnt, betont: «Die Strasse ist in einem katastrophalen Zustand. Wir brauchen die Sanierung.» Sie sei enttäuscht, dass das Referendum von Kantonsräten aus dem Schwarzbubenland stamme.

Christian Thalmann lässt sich davon nicht beirren. «Das Volk soll das letzte Wort haben.» Gleichwohl hat er Respekt vor den 1500 Unterschriften, die er vor allem im Schwarzbubenland sammeln möchte. Er ist sich bewusst: «Das wird keine einfache Aufgabe.»

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