Badi-Fest

Gelterkinden feiert drei Tage sich, das Dorffest und das neue Hallenbad

Am Wochenende feierte die Gemeinde Gelterkinden das neue Hallenbad mit einem Dorffest.

OK-Präsident Kari Ruesch beweist trockenen Humor und alle Anderen lachen auch. Auf seine Kosten versteht sich. Während er von einem Fernsehteam interviewt wird, fällt er plötzlich ins Wasserbecken unter ihm. Ruesch wird Opfer der Wasser-Falle des Hobby Darts Clubs Gelterkinden. Das Opfer sitzt auf einem Brett ähnlich einem Sprungbrett. Daneben hängt eine Dartscheibe. Trifft der Werfer mitten ins Bull’s eye, lässt ein schlauer Mechanismus das Brett nach unten kippen. Und der Ruesch landet im Wasser. Aber genau darum, ums Wasser, geht es am Gelterkinder Badi Dorf-Fescht vom Wochenende. Gefeiert wird das neue Hallenbad. Prost.

Zu feinstem Sonnenbrandwetter steigt am frühen Samstagabend ein Flashmob auf dem Dorfplatz. Die Gassen im Dorfzentrum sind gesäumt von Marktständen und Beizli. Das Idyllischste ist jenes am Kirchrain, das Sinfonieorchester und Musikverein betreiben. Vor dem Café zur Wassermuusig spielen Live-Formationen im Schatten der Bäume. Der Mann am Kontrabass und am Alphorn ist alt Landrat Gerhard Schafroth. «Grossartig, traumhaft», bezeichnet er die Lokalität, «ich spiele gerne und oft draussen.»

An der Ecke Schulgasse/Bohnygasse überschaut Dorffest-Mediensprecher Thomas Tuchschmid das ausgelassene Treiben. Aus seiner Sicht gehe der Daumen eindeutig nach oben. «Für mich ist es das Grösste, dass es 25 Vereine geschafft haben, an einem Strick zu ziehen», lobt Tuchschmid.

Der Verein Bierchäller empfing seine Gäste in der Baschtetli-Schüüre, die Senioren Gelterkinden und Umgebung veranstalteten einen Flohmarkt und die Grillschränzer kamen mit ihrem Fasnachtswagen oder besser Fasnachts-Piratenschiff vorbei. «Die Vereine haben ihre Stände mit sehr viel Liebe zum Detail aufgebaut», sagt Tuchschmid, «das Thema Wasser wurde sehr kreativ umgesetzt.» Cherusgaelti zauberte einen Sandstrand an den Dorfplatz. «Es wäre schön, wir könnten 100'000 Franken für die Badi zusammenkriegen», hofft Tuchschmid. Damit sollen das geplante Kaltwasserbecken und das Dampfbad realisiert werden.

«Absolutes Abenteuer»

Riesige Freude darüber, dass die neue Badi bald eröffnet wird, haben der Schwimmklub und das Schwimmteam aus Gelterkinden. Gemeinsam bewirten sie ihre Gäste. Im Februar 2012 bröckelte die Hallendecke, das Hallenbad musste aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Nun kommt das neue Bad. Der Verein habe einiges an Trainingsgruppen und Nachwuchs verloren in dieser Zeit. Trotzdem freut sich Präsident Thomas Messer: «So ein Fest ist super, das schweisst das Dorf zusammen.»

Hubert Rüger, sein Restaurationschef, sagt, es gebe viel zu arbeiten, viel zu organisieren, viel zu überlegen. «Was wir an diesem Fest erleben, ist ein absolutes Abenteuer, Neuland für alle», fasst er zusammen, «keiner von uns hat in diesem Metier Erfahrung.» Noch wichtiger aber sei: «Ein grosser Plausch. Es macht überhaupt keinen Unterschied, ob jemand von Schwimmklub oder vom Schwimmteam kommt.»

Gemeindepräsidentin Christine Mangold will allen Beteiligten nur ein «Riesenkompliment» machen. Am Freitagabend hatte sie in der 44Six-Bar mit ihrem Neffen Baschi, dem Mundartrocker, ein Bierchen genommen. Dort, wo Gemeinderäte aus dem Schulkreis Gelterkinden die Drinks servieren. Mangold hat sich vorgenommen, jedes Beizli des Badi-Dorf-Feschts zu besuchen. «Man spürt die Vorfreude auf das Hallenbad.» Eine Freude hätte sie Kari Ruesch sicher auch damit gemacht, hätte sie sich selbst auf die Wasser-Falle gesetzt. Aber lachen über Kari, ist trockener.

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