Der Gemeinderat von Wittinsburg hat soeben das Gesuch zur Durchführung der 12. Flugtage Wittinsburg bewilligt. Wenn alles rund läuft, werden am Wochenende vom 20. und 21. August 2016 Flugzeuge auf dem Wittinsburgerfeld starten und landen – nach 15 Jahren wieder zum ersten Mal.

Verlängerte Piste

Als Novum wird die Piste von 250 auf 400 Meter verlängert. Somit können nicht nur Flugzeuge landen, die für sehr kurze Pisten geeignet sind, sondern auch einmotorige Sportflugzeuge. Das Ja der Gemeinde ist jedoch erst der erste Schritt auf einem langen Weg durch die Behörden. Ausschlaggebend ist am Schluss die Zustimmung des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL). Der ganze Prozess sei sehr kompliziert, denn neben dem fliegerischen Teil müssen auch andere Aspekte abgedeckt werden: Festbetrieb, Sicherheitsdienst, Sanität, Feuerwehr, Rettung, Sammel- und Parkplätze. «Wir sind ständig im Kontakt mit dem Bazl, deshalb sind wir zuversichtlich, dass wir am Schluss keine unangenehme Überraschung erleben», sagt OK-Präsident Christoph Zumbrunn.

In Anbetracht des Flugzeugabsturzes an den Dittinger Flugtagen von diesem Sommer hat die Gemeinde das OK angewiesen, der Sicherheit höchste Priorität einzuräumen. Christoph Zumbrunn betont, dass die Kontrolle durch das Bazl streng sei – auch vor Ort am Anlass selber. So sei es praktisch unmöglich, die Sicherheitsvorschriften zu umgehen. Zudem seien die Flugtage Wittinsburg nicht mit den Dittinger Flugtagen zu vergleichen: «Bei uns steht nicht primär eine Flugshow im Zentrum, sondern der Flugbetrieb auf einem temporären Flugplatz.» Vorführungen gäbe es nur wenige; nur ein Formationsflug sei geplant. Als Attraktion würden dafür Mitfluggelegenheiten angeboten.

Ein Restrisiko bleibt trotzdem bestehen: «Rein theoretisch könnte auch in Wittinsburg etwas passieren», räumt Christoph Zumbrunn ein. Aber das sei überall so, wo Flugzeuge in die Luft steigen. Ob die Flugzeuge in Wittinsburg über Siedlungsgebiet fliegen, stehe noch nicht fest. Die genauen An- und Abflugrouten sind auch noch nicht definiert. Es ist aber davon auszugehen, dass sie wegen Lärmschutz nicht über das Dorf fliegen.

Das Logo der Flugtage Wittinsburg ist schon parat. Zuerst muss der Anlass aber vom Bundesamt für Zivilluftfahrt genehmigt werden.

Das Logo der Flugtage Wittinsburg ist schon parat. Zuerst muss der Anlass aber vom Bundesamt für Zivilluftfahrt genehmigt werden.

Tradition lebt weiter

Die Flugtage in Wittinsburg nahmen ihren Anfang 1934 mit dem «1. Kantonalen Volks-Flug-Tag» der Segelfluggruppe Sissach. Seither fanden in loser Folge alle sieben Jahre Flugtage statt. «Initianten waren immer flugbegeisterte Gruppierungen, die mit ihrer Begeisterung andere anzustecken vermochten», sagt Regula Blochwitz, Gemeindepräsidentin von Wittinsburg.

Bezüglich Sicherheit gehe es um eine Risikoabwägung, fährt Regula Blochwitz fort: «Der Gemeinderat setzt als oberstes Ziel, dass die kalkulierbaren Risiken erkannt und minimiert werden.» Dazu brauche es Wissen und Erfahrung von Fachleuten aus der Aviatik. «Der Gemeinderat wird sich in diesen Fragen auf dem aktuellen Stand halten. Alle Beteiligten wollen einen unfallfreien Flugtag», betont die Gemeindepräsidentin.

Der Stellenwert des Flugtags habe gegenüber früher etwas abgenommen, sagt Regula Blochwitz. Das zeige sich daran, dass sich das Intervall von zwei auf 15 Jahre verlängert habe. Auch liessen sich heute weniger Helfer einbinden. «Dafür wird aber die Region mehr miteinbezogen und die gemeinsamen Erinnerungen bleiben über die Dorfgrenzen hinaus erhalten», sagt die Gemeindepräsidentin Regula Blochwitz überzeugt.