Meltingen

Gemeindepräsident Zufferey kandidiert nicht mehr, dafür zwei andere

Gérard Zufferey will nicht mehr Gemeindepräsident sein. kenneth nars

Gérard Zufferey will nicht mehr Gemeindepräsident sein. kenneth nars

Seit März besteht der Gemeinderat von Meltingen nur noch aus einer Person. Nun kommt endgültig Bewegung in die Dorfpolitik zurück: für das Amt des Gemeindepräsidenten gibts zwei Kandidaten – der amtierende Präsident gehört nicht dazu.

Nach dem grossen Knatsch kommt es in Meltingen zur Kampfwahl um das Gemeindepräsidium. Erich Fidler (SVP) und Peter Jeger (FDP) stellen sich am 2. Juli zur Wahl. Der umstrittene amtierende Gemeindepräsident Gérard Zufferey tritt nicht zur Wiederwahl an. Er war nach zwei Rücktrittswellen der letzte verbliebene Gemeinderat in Meltingen.

Am 21. Mai wurde er als Gemeinderat zwar wiedergewählt, dies jedoch mit dem schlechtesten Resultat aller Gewählten. «Ich bin der Meinung, dass es nun jemanden braucht, der nicht vorbelastet oder von der FDP ist», so Zufferey zu den Gründen seines Verzichts. Ob er bei einer allfälligen Wahl von FDPler Peter Jeger im Rat bleibt, könne er aber noch nicht sagen.

«Aufgrund der Gemeinderatswahlen haben wir uns für Peter Jeger entschieden», so Reto Winkelmann, Co-Präsident der Meltinger FDP. Die Partei habe gemerkt, dass Jeger in der Bevölkerung breit abgestützt sei. An den Gemeinderatswahlen hatte er mit 293 Stimmen das beste Resultat erreicht. Er gehörte zu den drei FDPlern, die Anfang Jahr aus dem Gemeinderat zurücktraten. Bereits nach den Wahlen vor einer Woche hat die FDP signalisiert, dass sie wieder Verantwortung übernehmen wolle.

Speziell ist die Kandidatur von SVP-Kandidat Erich Fidler. Er verpasste bei der Gemeinderatswahlen einen Sitz im Gemeinderat. Und dies trotz einer beachtlichen Zahl von Einzelstimmen. Da jedoch im Proporzwahlverfahren gewählt wurde, zog er trotz 214 Stimmen, immerhin die vierthöchste Anzahl aller Kandidierenden, den Kürzeren.

«Durch das gute Resultat habe ich gemerkt, dass es vielleicht eine Möglichkeit gibt, Gemeindepräsident zu werden», so Erich Fidler. Würde er gewählt, müsste nach dem Gemeindegesetz Matthias Hänggi, der Letztplatzierte der gewählten FDP-Gemeinderäte, den Rat verlassen.

Zwangsverwaltung bald vorbei?

Anfang dieses Jahres traten alle FDP-Gemeinderäte aus dem Gremium zurück. Der Grund war ein Zerwürfnis mit Gemeindepräsident Gérard Zufferey. Bereits im Dezember 2016 sind die beiden CVP-Vertreter aus dem Gemeinderat zurückgetreten. Als letzter hielt noch Zufferey die Stellung, doch der Gemeinderat war auf diese Weise nicht mehr handlungsfähig, was zur Zwangsverwaltung durch den Kanton Solothurn führte.

Bei den Gemeinderatswahlen stellten sich zwölf Kandidierende für den Rat zur Verfügung. Die Meltingerinnen und Meltinger wählten gleich wie vor dem grossen Knatsch: Die FDP mit drei, die CVP mit zwei Sitzen und der Unabhängige Gérard Zufferey schafften es in den Gemeinderat.

Die Sachwalterschaft der Gemeinde könnte mit der Wahl des Gemeindepräsidenten bald zu einem Ende kommen. Jedoch muss der Sachwalter eine nachhaltige Handlungsfähigkeit des Gemeinderats sicherstellen, wie es im Beschluss des Solothurner Regierungsrats zur Meltinger Sachwalterschaft heisst.

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