Gelterkinden

Gemeinderat bewilligt «Cherusgälti»: Anwohner sind enttäuscht und empört

Der Cherusgälti zieht jedes Jahr tausende Menschen nach Gelterkinden.

Der Cherusgälti zieht jedes Jahr tausende Menschen nach Gelterkinden.

Eine Anwohnergruppe hatte sich mittels einer Petition dafür stark gemacht, dass der traditionelle «Cherusgälti» redimensioniert wird. Ohne den Petenten eine Antwort zu geben, hat der Gemeinderat die Riesensause auch für 2020 bewilligt.

Der «Cherusgälti» ist derzeit offenbar das heisseste Thema, das in Gelterkinden diskutiert wird. Eine Anwohnergruppe, die sich mit einer Petition für eine Redimensionierung des Anlasses starkmacht, fühlt sich vom Gemeinderat nicht ernstgenommen. Dieser ist in der Defensive, weil die bz am 4. September geschrieben hat, dass eine Bewilligung mit Auflagen für 2020 erteilt worden sei. «Das hätte noch nicht in die Zeitung gehört», erklärt Gelterkindens Gemeindepräsidentin Christine Mangold.

Sie bestätigt, dass der Gemeinderat den Organisatoren eine Bewilligung mit Auflagen für das kommende Jahr ausgestellt hat. «Von Seiten Cherus braucht es erst noch eine Rückmeldung, ob alle Auflagen eingehalten werden können. Wenn dem nicht so ist, braucht es Nachverhandlungen.» Ziel sei gewesen, danach die Petenten einzuladen und ihnen die Situation aufzuzeigen. Nun sei die Presse zuvorgekommen, «das war so nicht geplant», gesteht Mangold.

Hans Rebmann von der Anwohnergruppe kritisiert die Exekutive. Bis jetzt hätten sie vom Gemeinderat noch keine Antwort erhalten. «Wir hätten erwartet, dass er den Eingang unserer Petition bestätigt und uns anhört.» Die erteilte Bewilligung mit Auflagen kennt die Gruppe nicht, weshalb sie dazu auch nicht Stellung beziehen kann.

In der Zeitung sei von «Kompromiss» geschrieben worden, davon könne jedoch keine Rede sein. «Wir fordern einen kleineren Anlass, wir wollen ihn nicht abschaffen», betont Rebmann und empört sich: «Zwei Monate ohne Antwort – da fühlen wir uns vom Gemeinderat nicht ernstgenommen.»

Die Gemeindepräsidentin bejaht, dass noch kein Antwortschreiben verfasst worden ist. Der Rat bittet die Petenten nun zu einem Gespräch. Doch diese wollen zuvor eine schriftliche Antwort. «Ich kann den Unmut der Petenten verstehen – jetzt müssen wir jedoch rasch schauen, dass wir ins Gespräch kommen», sagt Christine Mangold.

Davon erwartet Hans Rebmann, dass der Gemeinderat ihnen zuhört. Er rechnet nicht damit, dass die Behörde auf ihren Beschluss zurückkommt.

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