Am Montag stand das Inserat auch in der bz: Der Niederdörfer Gemeinderat sucht unter dem Titel «Medienmitteilung – Ankündigung Bieterverfahren» Investoren für das Baumgartenareal. Private und Unternehmen werden damit eingeladen, einen Bebauungsvorschlag einzureichen.

Die wichtigsten Vorgaben heissen laut Ausschreibungsdossier: Das rund 3500 Quadratmeter grosse Areal im Besitz der Gemeinde soll zur Hälfte im Baurecht überbaut werden. Möglich sind dreigeschossige Gebäude mit Wohn- und Gewerbeanteil oder reine Wohnbauten. Die Parkplätze – auch öffentliche für die Gemeinde – sollen in den Untergrund verlegt werden. Baubeginn ist spätestens Anfang 2023.

Dieses zumindest im Baselbiet nicht alltägliche Vorgehen ist das Resultat eines breiten Mitwirkungsverfahrens, bei dem auch Raumplaner zugezogen wurden. Gemeindepräsident Martin Zürcher sagt: «Wir gehen jetzt so vor, weil die früheren Versuche nicht funktioniert haben.»

Viel freie Hand für Planer

Damit spielt Zürcher auf die über eineinhalb Jahrzehnte lange, vergebliche Suche nach einer sinnvollen Nutzung dieses Niederdörfer Filetstücks an. So ist das von der Gemeindeversammlung 2010 mit einem Planungskredit von 55'000 Franken ausgestattete Projekt «Spazio» versandet; es wollte aus dem «Baumgarten» eine Begegnungszone mit Spielplatz, Bocciabahn, einer Arena hin zur Vorderen Frenke und anderem machen. Gescheitert ist später auch ein Projekt mit Alterswohnungen.

Dabei liegt der heute praktisch nur als Parkplatz genutzte «Baumgarten» an zentralster Lage, das heisst einen Steinwurf von der Waldenburgerbahn-Haltestelle Niederdorf und wenig mehr von Schule und Gemeindeverwaltung entfernt.

Viel freie Hand

Zürcher hat keine Vorstellung, wie viele Vorschläge aus dem Bieterverfahren eingehen; Anfragen seien auf jeden Fall schon einige gekommen. Sein Minimalziel: «Mit zwei guten Vorschlägen bin ich zufrieden.» Der Gemeinderat wolle im Dezember der Gemeindeversammlung wenn möglich zwei Varianten zum Entscheid vorlegen, sagt Zürcher. Fachlich begutachten wird die eingegangenen Vorschläge zuvor die fünfköpfige Arbeitsgruppe Baumgarten, der auch der Gemeindepräsident angehört.

Auch wenn es einige Vorgaben gibt, haben die Investoren respektive ihre Planer noch viel freie Hand. So ist offen, welchen Teil der Parzelle sie genau überbauen. Und auch wie sie das machen. Zürcher: «Ob sie in L-Form oder streifenförmig, ob sie ein oder drei Gebäude bauen, ist ihnen überlassen.» Lediglich das ehemalige Milchhüsli am südwestlichen Ende der Parzelle, das heute als Café während des Freitagmarkts dient, soll stehen bleiben. Ebenso die paar Schwarzpappeln, denen das Areal seinen Namen verdankt.

Was die Gemeinde mit der zweiten Hälfte des «Baumgarten» macht, ist offen. Zürcher sagt: «Das soll eine Art Dorfplatz werden. Wie der aber genau aussehen wird, ist vom Bauprojekt abhängig. Wir wollen das dann zusammen mit dem Investor planen.» Aufgewertet wird das Baumgartenareal auch vom Ausbauprojekt der Waldenburgerbahn: Ein neuer Steg über die Vordere Frenke verbindet künftig das Areal direkt mit der Haltestelle Niederdorf.