Pumptrack

Geteert, nicht geerdet — Muttenz und Ettingen bekommen moderne Pumptracks

Am 25. März soll die Gemeindeversammlung über das Vorhaben inklusive Baukredit abstimmen. (Themenbild)

Am 25. März soll die Gemeindeversammlung über das Vorhaben inklusive Baukredit abstimmen. (Themenbild)

Muttenz und Ettingen bekommen moderne Pumptracks für Biker – noch stellen sich Fragen zur Finanzierung.

Die Idee kam in beiden Gemeinden von privater Seite. In Ettingen war es der Verein Blauen Biker, der mit dem Wunsch nach einem Pumptrack bei der Hintere Matten an die Gemeinde trat. In Muttenz war es der Verein Pumptrack Muttenz, der eine solche Anlage neben dem Beachvolleyballfeld beim Hallenbad forderte. Ein Pumptrack ist eine hügelige Bahn mit Steilwandkurven, die sich mit dem Mountainbike durch Ausnützen der Wellen befahren lässt, ohne zusätzliches Pedalen.

Zwar gibt es in der Nordwestschweiz bereits ähnliche Anlagen, etwa in Therwil oder Reinach. Diese sind aber aus Erde, was bei nassem Wetter Schwierigkeiten bereitet. Diejenige beim Buschweilerhof in Basel sei sehr klein, diejenige in Gempen fast nur mit dem Auto erreichbar, sagt Debbie Gilgen, Präsidentin des Muttenzer Vereins. Deshalb solle die neue Bahn in Muttenz geteert sein. «Eine Anlage, wie wir sie planen, gibt es noch nicht in der Region.» Auch der Pumptrack in Ettingen soll geteert sein. Doch der Unterschied ist die Finanzierung. «Der Gemeinderat sagte uns, dass wir hinter dem Hallenbad einen Pumptrack bauen dürfen», sagt Gilgen in Muttenz. Es habe aber auch klar geheissen: «Die Gemeinde beteiligt sich nicht finanziell und übernimmt keine Verantwortung für die Anlage.» Auf Seiten der Gemeinde klingt es etwas anderes. «In seinem Antrag vom November 2018 an den Gemeinderat legte der Verein dar, dass er die notwendigen finanziellen Mittel selber beschaffen möchte», schreibt Claudia Fetzer, Leiterin Abteilung Hochbau und Planung, auf Anfrage.

Mit Crowdfunding sollte es reichen

Jedenfalls stellte die Gemeinde einen Grossteil des Landes zu einem symbolischen Pachtzins in Aussicht, das restliche Areal stellt ein Bauer zur Verfügung. Für alles Übrige ist der Verein verantwortlich. Die Vorstandsmitglieder liessen von einer privaten Firma ein Projekt erarbeiten und sammeln dafür Geld. 40'000 Franken kamen bisher zusammen, der Swisslos Fonds stellt ebenso viel in Aussicht. Derzeit fehlen knapp 35'000 Franken, dann sind die Baukosten von 110'000 Franken zusammen. Mitte März beginnt eine weitere Sammlung auf der Crowdfunding-Plattform «I Believe in You», 80 Tage lang. «Wir hoffen, dass wir danach den Betrag zusammen haben», sagt Gilgen. «Dann fangen wir an zu bauen.» Weil die Anlage im Besitz des Vereins bleiben wird, müsste der Verein einen allfälligen Rückbau nach Ende der zehnjährigen Pacht selber finanzieren. Ob er dafür bereits jetzt rund 20 Prozent der Bausumme zusätzlich bereithalten muss, ist noch unklar. Laut Fetzer ist das «üblich», Gilgen hofft hingegen auf «Kulanz» von Seiten des Gemeinderates. «Schliesslich hat die Gemeinde einen Mehrwert, ohne etwas zahlen zu müssen.» Unterstützung erhielt der Verein vom Baselbieter Sportamt, und auch das Muttenzer Jugendhaus steht hinter dem Projekt.

Ettingen finanziert Pumptrack selber

Auf offenere Ohren stiessen die Pumptrackfreunde der Biker Blauen beim Gemeinderat in Ettingen. Dieser erkundigte sich über solche Anlagen in anderen Gemeinden und kam zum Schluss: «Anscheinend ist dies eine gute Anlage für Klein und Gross», so der für Freizeit zuständige Gemeinderat Marco Daehler (CVP). «Da es im Leimental bis jetzt noch keine solche Anlage gibt und Ettingen den nötigen Platz dazu hat», sagte die Gemeinde zu, die Anlage für 285000 Franken selber zu erstellen. Mindestens 30000 Franken soll allerdings der Verein Biker Blauen durch Sponsoring selber einbringen. Die Anlage biete laut Daehler aufgrund der benötigten Materialien und Arbeiten für Baugeschäfte, Gärtnereibetriebe oder Vereine sehr gute Sponsoringmöglichkeiten. Zudem wird es entlang der Piste Werbemöglichkeiten geben. Und auch in Ettingen wird der Swisslos Fonds einen substanziellen Betrag beisteuern. Am 25. März soll die Gemeindeversammlung über das Vorhaben inklusive Baukredit abstimmen.

Daehler ist zuversichtlich, dass die Stimmbürger Ja sagen. «Wir haben keine grossen und teuren Spielplätze, Schwimmbäder und Ähnliches wie teilweise andere Gemeinden», so erklärt er das grosszügige Vorgehen der Gemeinde. «Die Anlage soll auch für Nutzer von anderen Gemeinden offen sein.»

Auch Gilgen sagt für die Muttenzer Anlage: «Sie ist für jeden Nutzer kostenlos zugänglich.» Thomas Schaub (CVP), im Muttenzer Gemeinderat für Freizeit zuständig, ist gespannt, wie sich die Nachfrage entwickelt, und meint: «Wir begrüssen grundsätzlich jede Bereicherung im Freizeitbereich.»

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