Schönenbuch

Gewählt, zurückgetreten, wiedergewählt: Das Politchaos geht in die nächste Runde

André Knubel wurde wieder in den Gemeinderat gewählt - unfreiwillig.

André Knubel wurde wieder in den Gemeinderat gewählt - unfreiwillig.

Die Schönenbucher Politik kommt nicht zur Ruhe: André Knubel wurde nach seinem Rücktritt vom Juli wieder in den Gemeinderat gewählt. Bleibt er dieses Mal?

Das Wahlchaos in Schönenbuch geht in die nächste Runde: Nachdem der ehemalige Gemeinderat André Knubel zum Präsidenten gewählt wurde, dann aufgrund einer Stimmrechtsbeschwerde aus dem Gemeinderat zurücktrat, ist er nun doch wieder ein Mitglied – unfreiwillig. Die Schönenbucher Stimmbevölkerung hat Knubel, der nicht offiziell kandidierte, am Sonntag mit 43 Stimmen in den Gemeinderat gewählt. Dies, nachdem er schon im ersten Wahlgang am 6. September mit 17 Stimmen das beste Resultat, nicht aber das absolute Mehr erreicht hatte.

Dieses Mal hat es gereicht – denn im zweiten Wahlgang zählte das relative Mehr. Das Ergebnis habe sich nach der ersten Runde zwar abgezeichnet, sagt Knubel am Tag nach der Wahl, aber: «Ich bin völlig überrumpelt.» Das Thema Gemeinderat sei für ihn eigentlich abgeschlossen gewesen. Ob er das Amt nun behalten oder ein weiteres Mal zurücktreten will, weiss Knubel noch nicht. Er meint jedoch: «Es ist sozusagen des Volkes Willen und den sollte man grundsätzlich berücksichtigen.»

Das Chaos der vergangenen Monate wäre beseitigt

Im Juli trat André Knubel nach 15 Jahren im Gemeinderat zurück. Dies, weil seine Kollegen nach der gutgeheissenen Stimmrechtsbeschwerde bis zum neuen Wahltermin nicht den Vizepräsidenten Rolf Roth, sondern den vorherigen Gemeindepräsidenten Jürg Dieterle als Präsident ad interim gewählt hatten. Sogar zwei Gemeinderäte, die zugesichert hätten, Roth zu wählen, stimmten für Dieterle – obwohl Knubel den damaligen Präsidenten in der Wahl Ende Juni um 35 Stimmen übertroffen hatte.

Damals nahm Knubel dies als Misstrauensvotum des Gemeinderats wahr. Er hatte das Gefühl, den Rückhalt des Gemeinderats nicht mehr zu haben – ist das neue Resultat nun der Beweis, dass immerhin die Bevölkerung ihm doch noch traut? «Es ist kein Topresultat, aber es zeigt den Wunsch der Bevölkerung, dass ich mich doch noch in der Gemeindepolitik einbringe.» Ein weiterer Punkt, der dafür spreche: Würde er im Amt bleiben, könnte das ganze Chaos der vergangenen Monate beseitigt werden. «Wir hätten dann endlich ein richtiges Ergebnis.» In diesem Fall würde Knubel auch wieder zur Präsidiumswahl vom 18. Oktober antreten: «An dieser Motivation hat sich nichts geändert.»

Der Gemeinderat hat sich noch nicht geäussert

Doch er sieht auch Gründe, die für einen erneuten Rücktritt sprechen. Als Hauptgrund nennt er, dass er mit dem Amt abgeschlossen hat. Wie Knubel im Juli sagte, wolle er sich auf andere Dinge konzentrieren, etwa sein Amt als Finanzchef des Eidgenössischen Schwingfests 2022 in Pratteln. Ein weiterer Grund: «Es ist auch kein gutes Gefühl, in einem Amt zu sein, in dem man sich nicht getragen fühlt.»

Den Entscheid will er bis spätestens Ende Woche fällen. «Damit es endlich vorwärts geht», meint er. Wie er sich entscheidet, hänge denn auch von den Reaktionen der anderen Gemeinderäte ab: «Von denen habe ich noch kein Wort gehört.»

Ob André Knubel im Gemeinderat trotz der vergangenen Turbulenzen mit offenen Armen empfangen würde, lässt sich nicht sagen: Gemeindepräsident Jürg Dieterle wollte gestern auf Anfrage der bz nichts zum Thema sagen.

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