Wettbewerb

Gewinner Patrick Buser: «Holz ist ein schöner Werkstoff»

«Letzter Versuch» nennt Patrick Buser mit leichter Ironie sein Modell, das die Note 6,0 erzielte. Juri Junkov

«Letzter Versuch» nennt Patrick Buser mit leichter Ironie sein Modell, das die Note 6,0 erzielte. Juri Junkov

Das Modell des Gelterkinder Zimmermannslehrlings Patrick Buser ist schlicht perfekt. Es erhielt von der Jury die Note 6,0 und somit ist er der Gewinner des Modellwettbewerbs. Sein Objekt heisst ironisch: «Letzter Versuch».

Weit über hundert Holzbaumodelle sind in der Mehrzweckhalle Stutz in Lausen ausgestellt. Lehrlinge aus der Nordwestschweiz, erstes bis drittes Lehrjahr, zeigen hier ihr Können. Komplizierte Dachkonstruktionen im Kleinformat, Glockentürme aus Holz, Holzbrücken, Tische, ein Schachbrett – die Ausstellung zeigt mit 131 Holzmodellen eine breite Palette handwerklichen Könnens der jungen Berufsleute.

Mit Spannung erwarten sie die Rangverkündigung. Erst kommen die EBA-Lehrlinge (zweijährige Berufslehre) dran. Dann die ersten und zweiten Lehrjahre. Den Abschluss bilden die Lehrlinge des dritten Lehrjahres, jene also, die kurz vor ihrer Lehrabschlussprüfung sind. Die Spannung steigt. Trotz einer Benotung von 5,70 oder 5,80 haben es einige nicht aufs Treppchen geschafft. Mit der Bewertung 6,0 besteigt Patrick Buser als Gewinner des Modellwettbewerbs das Podest.

60 bis 80 Stunden Arbeit

Der 19-Jährige ist überwältigt. «Damit habe ich nicht gerechnet», sagt er. Er fügt aber gleich an: Dass er weit vorne seine könnte mit seiner Arbeit, habe er zwar erwartet. Dass er «im Rang» bewertet wurde, hat er gesehen, als er den roten Punkt auf dem Sockel seines Modells sah.

Patrick Buser ist ein junger Berufsmann, der gerne mit Holz arbeitet. «Mich fasziniert der Werkstoff Holz – es ist ein schönes Material». Der Werkstoff Holz eigne sich für Gebäude ebenso wie für Möbel, Werkzeuge oder auch Kunstwerke.

Einem Kunstwerk nahe kommt Patrick Busers Beitrag an den Modellwettbewerb. Von weitem erinnert die Konstruktion an eine Art modernen Kirchturm. Mit Schalk nennt der junge Zimmermann den Namen des Objekts: «Letzter Versuch.»

Dabei handelt es sich um eine anspruchsvolle handwerkliche Arbeit, wie Buser ausführt. Insgesamt habe er sechzig bis achtzig Stunden dafür aufgewendet, von der Idee bis zur Umsetzung – alles in der Freizeit. Sehr schwierig sei gewesen, die Idee umzusetzen. Er habe schon früh vorgestellt, was er an die Ausstellung bringen wolle. Wie das Objekt, eine umgekehrte Pyramide in einem dreieckigen Holzgestell, umzusetzen sei, habe einiges an Vorstellungskraft erfordert. Deshalb habe er es zuerst mit CAD am Computer als 3-D-Modell gezeichnet und erst danach zeichnerisch zweidimensional übertragen.

Später vielleicht auf Wanderschaft

Seine Ausbildung macht Patrick Buser bei der GGS AG in Gelterkinden. Die Lehrabschlussprüfung steht unmittelbar bevor. Ob er in der Berufsschule auch so gut sei wie im handwerklichen Geschick? Buser lacht und sagt: «Ja doch, eigentlich schon.» Mehr will er nicht verraten.

Nach der Lehre würde er gerne bei seiner Lehrfirma weiter arbeiten. «Das ist eine gute Firma», lobt der junge Mann. Man lerne viel und die sechs bis acht Lehrlinge würden gut betreut und ausgebildet. Er will nicht auf Wanderschaft gehen, als Zimmermannsgeselle in der typischen Kluft mit dem schwarzen breitkrempigen Hut: «Jedenfalls noch nicht in den nächsten zwei, drei Jahren.» Für später will er das nicht ausschliessen. Er möchte sich erst beruflich noch weiterbilden.

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