Bubendorf

Gibt es ein Happy End fürs Dampfzügli?

Die geplante Remise soll anstelle der Bäume und des Spielplatzes zu stehen kommen; links das Restaurant Talhaus. K. Nars

Die geplante Remise soll anstelle der Bäume und des Spielplatzes zu stehen kommen; links das Restaurant Talhaus. K. Nars

Mit der geplanten Spurverbreiterung ist Schluss mit Nostalgiefahrten mit der historischen Waldenburgerbahn-Lok «Gedeon Thommen». Nun soll ein Museum errichtet werden.

Nach einem Vorleben mit mitunter dramatischen Zügen winkt der «Gedeon Thommen» ein museales Happy End. Das aber nur, wenn eine juristische Knacknuss gelöst werden kann. So lässt sich die Situation der altehrwürdigen Dampfloki der Waldenburgerbahn (WB) auf einen Kurznenner bringen.

Zum Vorleben: Die «Gedeon Thommen» mit Jahrgang 1902 und über einer Million absolvierten Kilometern im offiziellen Liniendienst und später einiger tausend zusätzlichen im Fun-Modus an Wochenenden auf dem Buckel steht seit drei Jahren in einem Schuppen in Waldenburg. Die Lok selber wäre zwar einsatzfähig, aber ihre Anhängsel sind hochgradig sanierungsbedürftig. Dafür fehlt das Geld und bald auch die schienenmässige Grundlage. Denn die WB-Gleise werden 2022 auf Meter-Spur erweitert, die «Gedeon Thommen» und ihre Wagen aber haben «Schuhgrösse» 75 Zentimeter.

Industriemuseum als Betreuer

Zum Happy End: Die neuen Betreiber der WB, die Baselland Transport (BLT), der Verein Dampfzug Waldenburgerbahn und die Besitzer des «Talhaus» in Bubendorf wollen in seltener Einmütigkeit beim gleichnamigen Restaurant eine acht Meter breite und 25 Meter lange Remise für die «Gedeon Thommen», einen Personenwagen und einen Güterwagen bauen. Dieses Gebäude aus Holz und viel Glas soll Schutz- und Ausstellungsraum für das dreigliedrige Dampfzügli sein und Platz und Infrastruktur für Apéros bieten.

Der Swisslos-Fonds habe bereits ein Kostendach von 650 000 Franken für das Vorhaben gesprochen. Im Idealfall könne die Remise im nächsten Jahr gebaut werden und danach Bau und Bahn dem Industriemuseum Waldenburgertal zur Betreuung übergeben werden, sagt Hans-Ruedi Sutter; er hält namens des Vereins Dampfzug Waldenburgerbahn die Projektfäden zusammen. Im nächsten Jahr will die BLT auch die neue WB-Haltestelle im Talhaus bauen; eine gleichzeitige Realisierung mit der einige Meter entfernt geplanten Remise brächte Synergien.

Zur juristischen Knacknuss: Das Gelände des «Talhaus», das neben dem Restaurant auch einen Camping-Platz beherbergt, liegt in der Landwirtschaftszone und ist mit einer Spezialzone Caravaning und Restaurant überlagert. Das Bubendörfer Zonenreglement Landschaft zählt abschliessend auf, was in dieser Spezialzone möglich ist. Eine Remise für einen Dampfzug gehört nicht dazu.

«Logischer Schwachpunkt»

Der Bubendörfer Gemeindepräsident Erwin Müller sagt: «Wir haben nichts gegen eine solche Remise. Aber wir können rechtlich nicht Hand bieten dafür.» Denn dazu brauche es eine Ausnahmebewilligung für Bauten in der Landwirtschaftszone und dafür sei der Kanton zuständig. Müller sieht allerdings einen logischen Schwachpunkt beim Vorhaben: «Die Remise ist nicht standortgebunden, wieso soll sie gerade hier gebaut werden? Eine stichhaltige Antwort fehlt bis heute.» Solange dies so sei, falle das Projekt bei einer allfälligen Einsprache wie ein Kartenhaus zusammen.

Das sieht Hans-Ruedi Sutter anders. Der vorgesehene Standort beim «Talhaus» sei klar der beste im Tal, da er neben einer WB-Haltestelle liege, über Parkplätze verfüge, kein Kulturland verloren gehe und im Baurecht genutzt werden könne. Das habe man dem Bubendörfer Gemeinderat unterbreitet, aber noch keine Antwort erhalten, sagt Sutter.

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