Einwohnerrat

Gitterli-Geldsorgen plagen die Politiker

Das Gitterli muss saniert werden und ist – wie auch andere Freibäder in der Schweiz – nicht kostendeckend.

Das Gitterli muss saniert werden und ist – wie auch andere Freibäder in der Schweiz – nicht kostendeckend.

Nicht nur die Finanzkommission soll sich mit der künftigen Finanzierung des Volks- und Freibads Gitterli in Liestal befassen.

Das Gitterli in Liestal ist ein beliebtes Freibad. Jährlich wird es von einer Viertelmillion Badegästen aus Liestal und umliegenden Gemeinden besucht. Wie andere Freibäder in der Schweiz ist aber auch das Gitterli nicht kostendeckend. Eine erste finanzielle Sanierung erfolgte im Frühling, als der Nominalwert der Aktien gesenkt wurde. Ausserdem haben sich alle umliegenden Gemeinden bereit erklärt, ihre Beiträge an die Badi in Liestal zu erhöhen.

Für eine erste Sanierungsetappe für die technischen Anlagen und die Aussenhülle sind Investitionen von 900 000 Franken notwendig. Später ist aber auch noch eine grosse bauliche Sanierung unabdingbar, die in Etappen erfolgen soll und mit rund 4,5 Millionen Franken veranschlagt ist.

Im Einwohnerrat ging es an der gestrigen Sitzung darum, welche Kommission sich mit den Fragen rund um die Finanzierung kümmern soll. Im Vordergrund steht die Finanzkommission (Fiko). Zu reden gab im Stadtparlament die Höhe des Baurechtszinses, den die Stadt an die Bürgergemeinde zu entrichten hat. Dieser sei, so Anna Ott (Grüne), «zu hoch». Neben anderen regte Marianne Quensel (SP) an, mit der Bürgergemeinde zu verhandeln, wieweit diese «der Stadt entgegenkommen kann». Da es nicht nur um Finanzen, sondern auch um andere Fragen, etwa der Strategie oder des Nutzens des Gitterli für die Liestaler gehe, beantragte sie, dass neben der Fiko auch die Sozial-, Bildungs- und Kulturkommission (SBK) darüber beraten soll.

Fiko und SBK prüfen

Namens der Mitte-Fraktion plädierte Rolf Gutzwiller dafür, darauf zu achten, dass später nicht weiterer Sanierungsbedarf entstehe, und «die Badi zu einem Fass ohne Boden» werde. So sei nicht nur auf die Ausgaben zu achten, sondern auch darauf, wie höhere Einnahmen ermöglicht werden können.

SVP-Sprecher Beat Gränicher wies darauf hin, dass die Badi Liestal auf der Einnahmenseite zu den besten in der Schweiz gehöre. Was die Kritik an der Bürgergemeinde anging, bat er darum abzuwarten, was dort an der nächsten Versammlung beschlossen werde.

Für Stadtrat Daniel Muri handelt es sich beim Gitterli um eine wichtige Anlage für Liestal, für die Kinder, Jugend und Familien. Angesichts der hohen Investitionen sei es aber richtig, wenn zwei Kommissionen die Vorlage behandelten. Auch Bruno Imsand, Verwaltungsratspräsident der Gitterli AG, befürwortet eine Beurteilung durch zwei Kommissionen: «Damit wird sichergestellt, dass alle wichtigen Fragen behandelt werden können.»

Der Einwohnerrat beschloss einstimmig, dass die Finanzkommission sich damit befassen solle. Dass dies auch die SBK tun solle, wurde mit 18 Ja zu 16 Nein ebenfalls – wenngleich nur knapp – beschlossen.

In einer Interpellation kritisierte Sonja Niederhauser von der Mitte-Fraktion die Informationspolitik des Kantons bei der kürzlich erfolgten Sperrung der Umfahrung Liestal. Diese Information sei zu kurzfristig und ungenügend gewesen. Stadtrat Franz Kaufmann hat diese Frage mit dem Kanton bereits besprochen; dieser habe versprochen, künftig rechtzeitig «auf allen Kanälen» über Sperrungen zu informieren.

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