Landrat Baselland

GLP-Politiker will sektenfreies Baselbiet

Der Kanton soll neue Mittel im Kampf gegen Scientology prüfen. Das fordert Landrat Yves Krebs.

Braucht es im Baselbiet strengere Regeln gegen Sekten, wie es Experten in einem Artikel des Onlineportals «Watson» kürzlich forderten? Diese Frage will GLP-Landrat Yves Krebs vom Regierungsrat beantwortet haben. Sein Postulat «Sektenfreies Baselbiet» verlangt deshalb Informationen über die Bestrebungen des Kantons, Sekten und «sektenähnliche Schneeballorganisationen» im Auge zu behalten und nötigenfalls einzudämmen. Auch fragt Krebs die Regierung, ob und mit welchen zusätzlichen und neuen Mitteln der Kanton gegen Sekten wie Scientology vorgehen könnte.

Krebs hat via Facebook-Seite der «Freien Anti-SC-Aktivisten» festgestellt, dass Scientology an zwei Tagen im Oktober und an einem Tag im November in Liestal Infostände unter dem Namen «Dianetik» hielt. Die Gruppe «Freie Anti-SC-Aktivisten» rund um das Baselbieter Paar Yolanda Sandoval und Beat Künzi hat sich zum Ziel gesetzt, bei allen Auftritten der Scientology im öffentlichen Raum dabei zu sein und vor der Organisation zu warnen.

Für Krebs soll Scientology nicht wie in der Stadt Fuss fassen können, wo sie sogar eine eigene Kirche errichtet hat. «Der Staat hat eine Verantwortung, solche Organisationen einzudämmen», sagt er. Denn er trage die Kosten, wenn Aussteiger traumatisiert, nicht mehr arbeitsfähig seien und von Sozialhilfe leben müssten.

Scientology sieht sich als diskriminierte Minderheit

Krebs weist auf Gemeinden wie Bassersdorf im Kanton Zürich oder Rorschach SG hin. Dort ist das Verteilen von Flyern oder das Ansprechen von Passanten verboten.

Scientology sieht sich als religiöse Minderheit und wirft ihren Gegnern Intoleranz vor. Scientology-Sprecher Jürg Stettler meint zum Postulat: «Die Person, die dieses eingereicht hat, zeigt somit bereits ihre negativen Vorurteile.» Krebs soll von der Gruppe um Künzi und Sandoval beeinflusst worden sein. Der Vorstoss sei diskriminierend und verfassungswidrig.

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