Neubau-Pläne KSBL

Goldgrube Bruderholz: Plan der Baselbieter Ärzte könnte aufgehen

Architekturbüros würden alles dafür tun, auf dem Bruderholz bauen zu dürfen. (Archiv)

Architekturbüros würden alles dafür tun, auf dem Bruderholz bauen zu dürfen. (Archiv)

Es ist der Knackpunkt bei der Vision Kantonsspital Salina Raurica: 600 Millionen Franken würde das neue Gesundheitscluster in Pratteln kosten – Aussenstehende stellten sich bei dieser Zahl reflexartig die Frage: Wie soll der Kanton das nur bezahlen?

Die geistigen Mütter und Väter des Spitalprojekts, das die bz am Donnerstag publik machte, haben eine clevere Antwort parat. Wenn das Kantonsspital seine alten Standorte freigibt, kann der Kanton die Grundstücke veräussern. Gerade im Fall Bruderholzspital handelt es sich um beste Lage: Das Areal hoch über Basel liegt in den Steueroasen Binningen und Bottmingen.

Architekturbüros würden alles dafür tun, dort bauen zu dürfen. Mit den Landverkäufen der Spitäler Bruderholz und Liestal könnten gegen 300 Millionen Franken gelöst werden, behauptet die Ärztegesellschaft Baselland. So steht es im Papier, das die Mediziner am Mittwoch dem Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomas Weber übergeben haben. Die Ärztegesellschaft wiederum stützt sich auf Berechnungen von Losinger Marazzi. Das Unternehmen ist für die Entwicklung von Salina Raurica im Osten Prattelns zuständig.

Losinger Marazzi behält die detaillierten Berechnungen unter Verschluss. Auch die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion will sich nicht zu den kolportierten Landpreisen äussern. Doch die Zahlen haben Hand und Fuss. Laut dem kantonalen Amt für Statistik wurden in Binningen im vergangenen Jahr im Schnitt 2131 Franken pro Quadratmeter Bauland bezahlt, in Bottmingen immerhin 1969 Franken. Die erfassten Maximalpreise sind nochmals deutlich höher: In Binningen 2805 Franken pro Quadratmeter, in Bottmingen 2576 Franken.

Pratteln erhofft sich Zuzüger

Die Parzellen, auf denen sich das Kantonsspital Bruderholz befindet, messen total gegen 90'000 Quadratmeter. Geht man, konservativ geschätzt, von einem Baulandpreis von 2700 Franken aus, könnten für das Land rund 240 Millionen Franken verlangt werden. Fürs Spital Liestal wären 60 Millionen Franken Landerlös einberechnet – auch das ein realistischer Wert.

In Pratteln wiederum stellt sich die Frage, warum sich die Gemeinde mit einem Spital in ihrem wichtigsten wirtschaftlichen Entwicklungsgebiet zufrieden gibt. Die Einrichtung würde keine Steuern bezahlen. Gemeindepräsident Stephan Burgunder entgegnet, neben dem Spital wären viele weitere Flächen frei. «Dort könnten Unternehmen angesiedelt werden.» Zweitens sei ein Spital ein Imagegewinn. «Nicht zuletzt erhoffen wir uns, dass von den Spital-Angestellten ein grosser Teil in Pratteln wohnen würde.»

Burgunder geht davon aus, dass mit dem Spital 2500 Jobs entstehen. Und siehe da: Genau diese Zahl Arbeitsplätze sah die städtebauliche Studie für Salina Raurica vor, die im Mai veröffentlicht worden war.

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