Büsserach

Grittibänze für die ganze Region: Rolf Jeker hat sich sein eigenes Bäckerei-Imperium geschaffen

Ein Verkaufsrenner in der Bäckerei Jeker in Büsserach sind aktuell Grittibänze. In der grössten der vier Filialen ist Rolf Jeker am häufigsten anzutreffen.

Ein Verkaufsrenner in der Bäckerei Jeker in Büsserach sind aktuell Grittibänze. In der grössten der vier Filialen ist Rolf Jeker am häufigsten anzutreffen.

Rolf Jeker hat sich in den letzten Jahren ein kleines Bäckerei-Imperium geschaffen. Mittlerweile ist sein Unternehmen auf vier Filialen im Thierstein, im Laufental und im Leimental angewachsen. Dabei machte er den Familienbetrieb zu einem der wichtigsten Brotproduzenten in der Region Basel.

Jeden Morgen um knapp nach fünf Uhr belädt Rolf Jeker in Büsserach den Lieferwagen. Von der grossen Backstube aus fährt er zuerst nach Brislach und danach nach Ettingen. Eine Kollege macht sich derweil auf den Weg nach Nunningen.

Obwohl er nicht mehr müsste, steht der Geschäftsführer der Bäckerei Jeker noch immer früh auf. Mittlerweile ist sein Unternehmen auf vier Filialen im Thierstein, im Laufental und im Leimental angewachsen. Existierte unter seinen Eltern nur die Mutter-Bäckerei in Büsserach, ist es Rolf Jeker gelungen, zu expandieren. Nach der Übernahme im Jahr 1994 machte er den Familienbetrieb zu einem der wichtigsten Brotproduzenten in der Region Basel.

Sind die Backwaren ausgeliefert, fährt Jeker jeweils nach Büsserach zurück. Im vor wenigen Wochen neu eröffneten grösseren Café in der Bäckerei schüttelt der 49-Jährige zahlreiche Hände. Kaum einer der Tische im grosszügigen Lokal an der Hauptstrasse ist an diesem Freitagmorgen nicht besetzt. Einige Meter davon entfernt frankiert jemand am Schalter der Postagentur, die sich neuerdings ebenfalls hier befindet, einen Brief.

Die Bäckerei Jeker ist in der 2000-Einwohner-Gemeinde in den letzten Jahren zum wichtigsten Treffpunkt geworden. «Wir sind heute der Dorfladen von Büsserach», sagt Rolf Jeker. Neben den selber gemachten Brotsorten, Sandwiches und Patisserie gibt es auch Gemüse, Käse, Milchprodukte, Salate, abgepacktes Fleisch und andere Lebensmittel. Zur Mittagszeit kocht man vor Ort ein währschaftes Menü.

In der Backstube hinter der Bäckerei erblicken gerade gluschtige Grittibänze das Licht der Welt. «Die Beine sind ein wenig zu lang geraten. Deine Grättimanne sehen eher aus wie Ausserirdische», scherzt Rolf Jeker mit der Lehrtochter. Wenn Not am Mann sei, greife er selber noch zum Wallholz. «Früher gab es Nächte, in denen ich vor der Arbeit gar nicht erst zu Bett ging», erinnert er sich. Heute beschränkt sich der Chef grösstenteils auf die Geschäftsführung und das Ausliefern.

Um die Kunden bei der Stange zu halten, überlegt sich der einst in Laufen ausgebildete Bäcker und Konditor immer wieder etwas Neues. «Unser Hausbrot ist sehr beliebt», sagt der Vater von zwei Töchtern. Die Spezialität aus einem Sauerteig verdanke ihren speziellen Geschmack der Tatsache, dass sie während eines ganzen Tages reifen könne. Am besten verkauften sich aber nach wie vor zwei Klassiker: gefüllte Silserli und Silsergipfeli.

Expansion war sein Ziel

Die Wochen vor Weihnachten sind für die Bäckerei Jeker die mit Abstand intensivste Zeit des Jahres. «Momentan läuft sehr viel», sagt Rolf Jeker. In der Konditorei sticht eine Angestellte sorgfältig Mailänderli aus, eine andere macht dasselbe mit Lebkuchen. Sie sind zwei von insgesamt 44 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Betriebs, von denen die meisten in Büsserach tätig sind. Hinter den Kulissen der grössten aller vier Filialen entstehen sämtliche Waren. «Es würde keinen Sinn machen, auch an den anderen drei Standorten zu produzieren.»

Jeker, der derzeit den Bäcker-Confiseurmeister-Verband Regio Basel präsidiert, scheint zu wissen, wie man erfolgreich ist. In Zeiten, in denen viele Dorfbäckereien schliessen müssen, konnte er drei Filialen hinzugewinnen. «In Nunningen und in Ettingen übernahmen wir traditionsreiche Bäckereien, in Brislach den Dorfladen», erklärt er. Schon als er ins elterliche Unternehmen einstieg, sei es sein Wunsch gewesen, den Namen Jeker aus dem Schwarzbubenland hinauszutragen.

Ob das Portfolio der Bäckerei Jeker dereinst noch um eine fünfte Filiale erweitert wird, kann der Geschäftsführer derzeit noch nicht sagen. Momentan stimme es für ihn so, wie es ist. «Aber sag niemals nie.»

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