Laufen

Grosser Brand, grosse Solidarität: Unternehmer spendet Betroffenen je 1000 Franken

Nach dem Flammeninferno erwartet die Betroffenen viel Hilfsbereitschaft. Der örtliche Gewerbeverein lancierte eine Raumbörse – und eine Firma zeigt sich spendabel.

In der Not rückt man zusammen. Die Gewerbler, die beim Laufner Grossbrand am vergangenen Freitag zu Schaden gekommen sind, erfahren viel Solidarität. Der Handwerkershop BSP aus Dittingen spendet allen betroffenen Betrieben einen 1000-Franken-Gutschein. Auch für den Wiederaufbau und das Einrichten der Werkstätten biete er «einmalige Spezialkonditionen», schreibt der Shop auf seiner Facebook-Seite.

KMU Laufental rief schon am Sonntag eine Art Raumbörse ins Leben. Wer freie Kapazitäten hat, kann sich melden. «Stand gestern Vormittag hatten wir rund vierzig Angebote, vorwiegend Büro- und Lagerräume», sagt Marc Scherer, Präsident von KMU Laufental. «Es meldeten sich sogar Leute aus Basel.» Ab heute Mittwochabend sollen alle Angebote auf der Website des Gewerbevereins zu finden sein.

Eigentümer des Areals an der Wahlenstrasse ist die Stiftung Abendrot in Basel. Die unabhängige Pensionskasse übernahm den Industriepark, auf dem einst die Keramik Laufen produziert hatte, im Jahr 2017. Die Stiftung sagte am Montag zur bz, man könne noch nichts zur Zukunft des Areals sagen, dafür sei es zu früh. Man suche ebenfalls Ersatzlösungen für die betroffenen Betriebe.

Skulptur für den WM-Final 2014 verbrannt

Unter den vierzig Mietern ist auch David Pflugi. Noch während der Löscharbeiten habe er etliche seiner Werke retten können, sagt der Künstler zur bz, andere seien jedoch verloren, darunter auch eine seiner bekanntesten Skulpturen: «The Seeds of Victory», erschaffen für die Fussball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien, unterschrieben von den Spielern der beiden Finalisten Deutschland und Argentinien. Trotz grosser Verluste zeigt sich Pflugi optimistisch: Er wisse schon das Datum für die Wiedereröffnung seines Ateliers: Samstag, 25. Juli.

Der Laufner Stadtpräsident Pascal Bolliger sagt, es seien bereits Treffen mit allen wichtigen Entscheidungsträgern zur Zukunft des Areals angesetzt. Er habe sich schon am Freitagmorgen selber ein erstes Bild der Lage gemacht. «Es war ein tragischer Anblick. Einige Mieter haben alles verloren. Die Versicherungen decken wohl zum Teil den materiellen Schaden. Doch die ideellen Werte, die vernichtet worden sind, muss man auch in Betracht ziehen – die bringt niemand zurück.»

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