Schönenbuch

Grosses Aufatmen im 1400-Seelen-Dorf: Zwei gewählt, Gemeinderat aber noch nicht komplett

Die Nachwahl erfolgt am 24. Januar 2021.

Die Nachwahl erfolgt am 24. Januar 2021.

In Schönenbuch ziehen Gina Schäuble und Cornelia Voggensperger neu in die Exekutive ein. Das Ende eines Chaos.

Grosses Aufatmen im 1400-Seelen-Dorf Schönenbuch: Der Gemeinderat, der seit Ende Oktober mit Präsident André Knubel und Vize Rolf Roth aus bloss zwei Mitgliedern besteht und nur mit einer Ausnahmebewilligung des Kantons «regieren» darf, erhält Zuwachs. An der gestrigen Ersatzwahl übertrafen die 37-jährige Gina Schäuble-Lehmann mit 356 Stimmen und Cornelia Voggensperger-Roth (42) mit deren 297 das absolute Mehr von 214 Stimmen deutlich und schafften locker den Einzug in die Exekutive.

Diese Hürde verpassten die drei weiteren Kandidatinnen. Auf Agnés Le Cloarec entfielen 190 Stimmen, der Name von Anita Nebel-Fischli figurierte auf 169 Wahlzetteln, und Petra De Meo-Brückner kam auf 160 Stimmen. Damit ist in der fünfköpfigen Behörde immer noch ein Sitz vakant. Die Nachwahl erfolgt am 24. Januar 2021.

Die zwei Neuen seien «absolut zuverlässig»

«Meine Erwartungen in diese Ersatzwahl haben sich erfüllt», erklärt Gemeindepräsident André Knubel. Bei fünf Kandidatinnen habe sich abgezeichnet, dass nur eine gewählt werde. Jetzt hätten es zwei Frauen geschafft; dass gleich drei gewählt würden, wäre vermessen gewesen. «Nun ist unser Gemeinderat wieder handlungsfähig», freut sich Knubel.

Dieser kennt gemäss eigenen Angaben die zwei Neuen schon gut. Diese seien «absolut zuverlässig». Mit einer Gewählten arbeitete er anlässlich eines Schwingfests zusammen. Knubel hat bereits vor dem Urnengang von Sonntag mit allen fünf Bewerberinnen Gespräche geführt, um sich gegenseitig bekannt zu machen.

André Knubel und Rolf Roth werden mit Gina Schäuble und Claudia Voggensperger bald zusammensitzen und die neuen Gemeinderätinnen in ihre Arbeit einführen. Sobald deren Wahl erwahrt ist, können sie ihr Amt antreten. Laut Knubel werden die Zuständigkeitsbereiche erst zugeteilt, wenn die Behörde komplett ist. Dies sollte Ende Januar der Fall sein, «dann können wir voll loslegen». Der nächste Blanko­abstimmungstermin ist erst am 7. März 2021. «Ich will nicht so lange warten, bis wir die Ressorts verteilen können», sagt der Gemeindepräsident.

Es kam zum grossen Exodus

Seit der Präsidiumswahl von Ende Juni, als André Knubels Wahl von der Regierung annulliert worden war und der Gemeinderat den vorherigen Primus inter Pares, Jürg C. Dieterle, als interimistischen Präsidenten bestimmt hatte, herrschte Unruhe auf dem politischen Parkett Schönenbuchs. Nach diesem gemeinderätlichen Beschluss trat Knubel zurück. Später wurde er jedoch, ohne offiziell zu kandidieren, erneut ins Gremium gewählt.

Knubel nahm die Wahl an und trat beim zweiten Urnengang ums Gemeindepräsidium am 18. Oktober wiederum gegen Dieterle an – und wiederholte seinen Sieg. Daraufhin kam es zum grossen Exodus. Jürg C. Dieterle, Claudio Lasagni und Maggie S. Wenger verliessen den Gemeinderat per sofort.

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