Investitionsplan

Grünen-Baumeister Isaac Reber will noch ein Gefängnis für die Landschaft

Baudirektor Isaac Reber bei der Grundsteinlegung des Sammlungszentrums Augusta Raurica. (ZVG / Weyeneth)

Baudirektor Isaac Reber bei der Grundsteinlegung des Sammlungszentrums Augusta Raurica. (ZVG / Weyeneth)

Überraschung bei der Präsentation des Aufgaben- und Finanzplans: Baselland will nun doch ein kantonales Verwaltungszentrum in Liestal.

Eigentlich war ihm bloss eine Nebenrolle zugedacht: An der fast zweistündigen Medienpräsentation zum Baselbieter Aufgaben- und Finanzplan 2020–23 sprach der neue Baudirektor Isaac Reber als Letzter. Trotzdem zeigte der Grüne aus Sissach exemplarisch auf, wie der Landkanton seinen wiedergewonnenen finanziellen Handlungsspielraum im kommenden Jahrzehnt einzusetzen gedenkt.

In Rebers Ausführungen zum Investitionsplan 2020–29 steckten einige Neuigkeiten; oder zumindest die Bestätigung von öffentlich bisher kaum diskutierten Projekten. Allen voran der Neubau eines Zentralgebäudes für die Kantonsverwaltung in Liestal für 60 Millionen Franken.
Das Vorhaben, das schon seit über einem Jahrzehnt durch die Baselbieter Politik geistert, wurde immer wieder totgesagt. Im August bestätigte Liestals Stadtpräsident Daniel Spinnler im bz-Interview neuerliche Gespräche mit dem Kanton. Jetzt wird der Neubau konkret. Vielleicht noch in diesem Jahr will Rebers Baudirektion die Landratsvorlage für einen Planungskredit unterbreiten, mit der Rheinstrasse als potenziellem Standort.

Die ideale Gelegenheit

Ausschlaggebend dafür ist der Umstand, dass innert des nächsten Jahrzehnts die Baudirektion und die Bildungsdirektion total saniert werden müssen. «Das wäre die ideale Gelegenheit für einen Zusammenzug, der einen enormen Effizienzgewinn mit sich brächte», sagt Reber und erläutert die Hintergründe: «Heute blockieren wir mit der weit verstreuten Kantonsverwaltung zahlreiche Gebäude in Liestal, zum Teil auch völlig ungeeignete und Wohnhäuser. Alleine schon die Heizkosten, die sich mit einem zentralen, modernen Standort einsparen liessen, machen dies zu einem lohnenswerten Projekt.» Die Details müssten aber zuerst in der Regierung besprochen werden, schränkte Reber ein; so der genaue Standort und die Grösse.

Liestals Stadtpräsident Daniel Spinnler zeigte sich gestern von Rebers Ankündigung wenig überrascht. Dass der Kanton nach besseren Arbeitsbedingungen für seine Mitarbeiter suche, sei bekannt und notwendig. Deshalb habe ja einst die Absicht bestanden, als Ankermieter ins neue SBB-Hochhaus am Bahnhof zu ziehen. «Ziel der gemeinsamen Gespräche zwischen Stadt und Kanton ist, im Gebiet Rheinstrasse-Kreuzboden Flächen freizuspielen und besser zu nutzen. Deshalb arbeiten wir gemeinsam an einem Masterplan», sagte Spinnler gestern auf Anfrage. Ein solcher Masterplan lege fest, wo Arbeiten und Wohnen stattfinden soll und welche Gebäudekuben möglich sind. Ein Verwaltungsneubau widerspreche den Absichten der Stadt überhaupt nicht, ganz im Gegenteil.

Und ein neues Baselbieter Gefängnis?

Weniger konkret war Rebers Ankündigung zum Neubau eines zentralen Gefängnisses für 35 Millionen Franken. Die bestehenden Gefängnisplätze in der Liestaler Gutsmatte und im Muttenzer Strafjustizentrum genügen modernen Anforderungen. Seitens der Gemeinde Arlesheim aber nähme der Druck zu, das veraltete Gefängnis beim Dom endlich zu räumen. Ebenso die provisorisch gemieteten Gefängnisplätze in Laufen, wo das Gebäude bereits verkauft worden ist. Ob diese wegfallenden Gefängnisplätze aber tatsächlich durch einen Neubau im Baselbiet ersetzt werden, müsse nicht zuletzt innerhalb des Deutschschweizer Polizeikonkordats abgesprochen werden, an dem Baselland beteiligt ist.

Grösster Investitionsposten im Budget 2020 wird die Verlegung der Rheinstrasse in Salina Raurica sein, wofür 15 Millionen Franken vorgesehen sind.

Meistgesehen

Artboard 1