Liestal

Gruppe «starkes Liestal» tritt unter neuem Namen auf und lässt Bömbchen platzen

Liestal First: Der neue Verein «liestal.orientiert – wir denken mit» sieht Handlungsbedarf, auch wenn es noch nicht fünf vor zwölf ist.

Liestal First: Der neue Verein «liestal.orientiert – wir denken mit» sieht Handlungsbedarf, auch wenn es noch nicht fünf vor zwölf ist.

Am Dienstagabend tauchte Die Gruppierung «starkes Liestal» nach rund zwei Jahren mit einer öffentlichen Veranstaltung wieder auf.

Die Gruppierung «starkes Liestal» sorgte im Vorfeld der Abstimmung über den Quartierplan Bahnhofcorso für viel Wirbel. Das war vor rund zwei Jahren. Dann erlitten die Opponenten, die vor allem das SBB-Hochhaus bekämpften, eine krachende Niederlage an der Urne – und verschwanden von der Bildfläche.

Am Dienstagabend tauchten sie nun mit einer öffentlichen Veranstaltung wieder auf. Dies unter neuem Namen, moderater in der Wortwahl, aber immer noch sehr kritisch, was die Liestaler Stadtplanung betrifft.

Dass diese Veranstaltung auf den Tag des SBB-Spatenstichs zum Vierspurausbau folgte, sei Zufall, sagte ihr Spiritus Rector Raoul Rosenmund. Der Architekt ist im neuen Verein «liestal.orientiert – wir denken mit» Vizepräsident, geleitet wird der Verein vom Ingenieur Kurt Bitterli. Ebenfalls im Vorstand sitzen unter anderen alt Stadtrat Heiner Karrer und alt Einwohnerrat Jürg Holinger.

Bitterli vermittelte den drei Dutzend Zuhörern die Leitlinien des neuen Vereins: «Wir wollen Liestals hohe Lebensqualität erhalten und fördern und wir wollen das Zentrum stärken.» Das erklärt das Liestal-orientierte. Das Mitdenken bezieht sich in erster Linie auf Bau- und Planungsfragen. Hier haben die Protagonisten von ihrem Abstimmungskampf gelernt und wollen sich künftig viel früher in Planungsprozesse einschalten und diese zu einem öffentlichen Thema machen. Karrer sagte es so: «Eine Diskussion macht nur Spass, wenn man das Resultat noch beeinflussen kann.»

Ob das beim sogenannten Elefantenbrüggli, das à Niveau von der neuen Post über die Allee in die Altstadt führen könnte, noch möglich ist, ist fraglich. Aber Präsident Bitterli liess dazu das erste Bömbchen des neuen Vereins platzen: «Ich bin daran, ein Konsortium zu bilden, das das Elefantenbrüggli zu einem Festpreis bauen kann.» Der Hintergrund: Kurz vor der Bahnhof-Abstimmung zeigte sich der Einwohnerrat euphorisch über dieses Brüggli, kurz nach der Abstimmung versenkte er es aus Kostengründen. Der damals gehandelte Preis war 3,25 Millionen Franken. Bitterli sagte nun, seine Berechnungen zeigten, dass das Brüggli für 1,55 Millionen gebaut werden könnte.

Rücksicht von SBB gefordert

Das Elefantenbrüggli ist zentral in den Überlegungen des neuen Vereins. Denn es wäre die bequemste und kürzeste Verbindung vom entstehenden Bahnhofquartier ins Stedtli. Und ob das Stedtli mit all seinen Läden langfristig überlebt, hängt für Rosenmund von «Masse und Erreichbarkeit» ab. Fürs Überleben seien 30'000 Menschen nötig. Zwar wachse Liestal stark, positiverweise auch direkt ums Zentrum, aber das Stedtli bleibe auch in Zukunft von den umliegenden Orten abhängig. Und da wirke sich der vorgesehene Parkplatz-Abbau in Liestal negativ auf die Erreichbarkeit und damit auch auf die Masse aus.

Die Erreichbarkeit des Stedtlis werde aber auch durch die neu geplante Verbindung vom Bahnhof her mit Treppen oder Umwegen eingeschränkt. Rosenmund: «Das Elefantenbrüggli ist am besten für die Erreichbarkeit.» Und Rosenmund machte ein Beispiel, welch zentrale Rolle die Erreichbarkeit für einen Ort spiele: Vor der Eröffnung der A 22 von Pratteln nach Liestal habe ein Quadratmeter in der Wohnzone 2 in Liestal 700 Franken gekostet, mit der A 22'1400. In Therwil sei im gleichen Zeitraum der Landpreis von 1300 auf 1600 Franken gestiegen.
Dann kam doch noch der Vierspurausbau aufs Tapet: Der neue Verein fordert von den SBB während der Bauzeit grösstmögliche Rücksicht auf Liestal. Geplant seien monatliche Besprechungen mit der SBB-Bauleitung, so Bitterli.

Autor

Andreas Hirsbrunner

Andreas Hirsbrunner

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