Coronavirus

Gymnasiasten sollen sich auf die Maturitätsprüfungen vorbereiten

In drei Wochen würden die Maturitätsprüfungen beginnen. Deren Durchführung ist aber nach wie vor unklar.

In drei Wochen würden die Maturitätsprüfungen beginnen. Deren Durchführung ist aber nach wie vor unklar.

Heute in drei Wochen, am 6. Mai fällt im Baselbiet der Startschuss zu den diesjährigen Maturitätsprüfungen. Doch noch immer ist nicht klar, ob diese überhaupt stattfinden. Gewiss ist für die mehreren hundert Gymnasiasten im Baselbiet derzeit nur eins: Sie werden im Sommer ein Abschlusszeugnis erhalten, das ihnen im Herbst die Aufnahme eines Studiums erlaubt.

Gestern Dienstag wurden die Schüler der Maturklassen von den Rektoren der Baselbieter Gymnasien per Brief über das weitere Vorgehen informiert. Zwar konnten Letztere angesichts der vielen Ungewissheiten in Coronazeiten keinen verbindlichen Zeitplan, aber immerhin eine verständliche Losung herausgeben. Diese lautet sinngemäss: «Bereitet euch vor.»

Coronaregeln des Bundes erlauben solche Prüfungen

Der Kanton gewährleiste damit die aktuell grösstmögliche Planungssicherheit, sagt Marc Rohner, Leiter der Hauptabteilung Mittelschulen in der Baselbieter Bildungsdirektion und Rektor des Gymnasiums Oberwil. Da noch kein Entscheid seitens der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) vorliege, müssten sich die Gymnasien und die Lehrerschaft auf das Szenario einstellen, dass die Prüfungen im Mai ordnungsgemäss stattfinden. Unter den aktuell geltenden Hygiene- und Sicherheitsvorschriften des Bundes sei es denn auch erlaubt, die schriftlichen und mündlichen Matur- sowie FMS-Prüfungen durchzuführen. Dies freilich mit einigen organisatorischen Anpassungen. Zudem soll bei der Bewertung der Prüfungen dem Umstand des Fernunterrichts Rechnung getragen werden, heisst es im Brief, welcher der bz vorliegt.

Gut möglich aber, dass die EDK entscheidet, die Prüfungen ausfallen zu lassen. Dann werden die Abschlüsse auf Basis von Erfahrungsnoten ausgestellt, wie dies Baselland in einem Antrag an die EDK fordert. Bei den Lehrabschlüssen ist das Prozedere mittlerweile geregelt: Die praktischen Prüfungen werden durchgeführt, die schulischen hingegen entfallen. Dies hat der Bundesrat vor Ostern entschieden. Hingegen fällt der Entscheid für die Mittelschulen unter Umständen erst Anfang Mai – wenige Tage vor Prüfungsstart im Baselbiet. «Wir bedauern, dass die EDK bisher keinen Entscheid gefällt hat, und wir drängen noch immer darauf, dass sie dies so bald wie möglich tut, um Planungssicherheit zu schaffen», sagt Rohner, auch im Namen von Regierungsrätin Monica Gschwind. Dem Baselbiet sei weiterhin eine landesweit koordinierte Lösung wichtig.

Baselbiet ist früher dran als andere Kantone

Die aktuellen Unsicherheiten für die Schüler- und Lehrerschaft seien sehr bedauerlich. An die Adresse der Schüler sagt Rohner aber auch: «Sollten die Prüfungen letztlich doch nicht regulär stattfinden, war der Lernaufwand nicht umsonst. Denn das Wissen könnt ihr an den Hochschulen sicherlich gebrauchen.» Andere Kantone stünden nicht unter demselben Zeitdruck; mit den ersten Maturitätsprüfungen ab 6. Mai ist Baselland früh dran. Auch deshalb, weil nicht alle Kantone mündliche Prüfungen kennen und das Prozedere näher an den Schulschluss Ende Juni/Anfang Juli legen können.

Unter Druck steht auch Basel-Stadt; die schriftlichen Maturitätsprüfungen starten hier am 11. Mai. Dennoch hat das Erziehungsdepartement (ED) noch kein Informationsschreiben an die Gymnasiasten verschickt: «Wir warten ab, was der Bundesrat morgen Donnerstag zum Schulbetrieb ab 26. April beschliesst», sagt ED-Sprecher Simon Thiriet. Anschliessend werde der Kanton für alle Schulstufen kommunizieren, wie es weitergehe.

Allerdings wird je nach Entscheid des Bundesrats auch Ende Woche nicht klar sein, was das für die Maturanden bedeutet. Zum Baselbieter Antrag an die EDK, auf die Durchführung der Prüfungen zu verzichten, will sich Thiriet nicht äussern. Doch in einem Punkt ist man sich in der Stadt mit den Baselbieter Kollegen einig: «Wichtig ist, dass möglichst bald entschieden wird und dass es eine einheitliche Lösung in der Schweiz gibt.»

Meistgesehen

Artboard 1