Beschwerde

Händedruck-Affäre kommt vor die Regierung

(Symbolbild)

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Nun ist es amtlich: Die muslimische Familie will mit einer Beschwerde an die Baselbieter Regierung rechtlich für die Händedruck-Weigerung ihres Sohnes an der Sek Therwil kämpfen.

Die zuständige Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) vermeldete gestern, dass die Beschwerde am Donnerstag eingegangen sei. Damit bestätigt die BKSD eine entsprechende Ankündigung des Islamischen Zentralrats der Schweiz (IZRS) vom 20. September.

Der IZRS berät die Familie juristisch. Die Beschwerde an die Regierung richtet sich gegen den Entscheid des Therwiler Schulrates, der seinerseits eine Beschwerde der Familie gegen den von der Schulleitung angeordneten Arbeitseinsatz abgewiesen hatte. Nun muss als nächste Instanz die Regierung entscheiden. BKSD-Vorsteherin Monica Gschwind (FDP) hat am Donnerstag im Landrat wiederholt, dass der Händedruck «ohne Wenn und Aber» durchgesetzt werde.

Gschwind werde diese Überzeugung in der Gesamtregierung «konsequent vertreten», heisst es in der Mitteilung von gestern. Damit künftig gesetzlich Klarheit bestehe, wird die BKSD eine Vorlage zur Anpassung des kantonalen Bildungsgesetzes vorantreiben. Im Fall Therwil werden wohl sämtliche Instanzen angerufen. Eine IZRS-Sprecherin sagte in der bz vom 20. September: «Es ist schlimm, dass wir für jedes muslimische Thema bis vor Bundesgericht gehen müssen, ehe wir Recht bekommen.» (haj)

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