«Die Modalitäten zur Information bezüglich der rechtlichen Prüfung werden derzeit geplant. Kommuniziert wird folglich voraussichtlich gegen Mitte/Ende Mai», bestätigt Deborah Murith, Sprecherin der Baselbieter Bildungsdirektion (BKSD), gegenüber der bz.

Was die Sprecherin nicht sagt, was sich aber aus der offiziellen Stellungnahme leicht erschliesst: In der Bildungsdirektion tut man sich schwer mit der rechtlichen Prüfung, ob und wie Anstandsregeln wie der Händedruck in der Schule durchgesetzt werden können. Dies auch deshalb, weil eine Regelung weitreichende Folgen hätte und potenziell religiöse Sonderregeln tangiert, die seit vielen Jahrzehnten bestehen.

Das, was die BKSD jetzt wegen der beiden Händedruck-Verweigerer an der Sekundarschule Therwil beschliessen will, könnte sich künftig auch auf andere Glaubens- und Religionsgemeinschaften restriktiv auswirken, die man bisher gewähren liess.

Jugendanwaltschaft wartet ab

Vorerst Funkstille herrscht auch seitens der Baselbieter Jugendanwaltschaft, welche in einer Voruntersuchung abgeklärt hat, ob das Facebook-Profil des älteren der beiden syrischen Brüder Anlass für eine Strafuntersuchung geben könnte. So fand sich darauf verdächtiges Video-Material.

Entgegen einer früheren Ankündigung (bz vom 23. April) ist das Untersuchungsergebnis vergangene Woche nicht publiziert worden, obschon es fixfertig vorliegt. Die Leitende Baselbieter Jugendanwältin Corina Matzinger Rohrbach sagt auf Anfrage, dass die Kantonsbehörden die öffentliche Kommunikation zum Fall Therwil zwischen der BKSD und der Sicherheitsdirektion koordinieren möchten, weswegen mit einer gemeinsamen Mitteilung gegen Mitte/Ende Mai zu rechnen sei. (haj/bos)