Therwil

Handschlag-Affäre: Disziplinar-Massnahmen gegen Schüler wurden aufgehoben

Zwei muslimische Schüler wurden aus religiösen Gründen vom Handschlag mit den Lehrpersonen dispensiert. (Symbolbild)

Zwei muslimische Schüler wurden aus religiösen Gründen vom Handschlag mit den Lehrpersonen dispensiert. (Symbolbild)

Der Baselbieter Regierungsrat hat über die Beschwerde der Familie des Schülers entschieden, der an der Sekundarschule Therwil seiner Lehrerin den Handschlag verweigerte. Wegen eines Formfehlers wurden die Disziplinarmassnahmen aufgehoben.

Die Familie des Schülers, der an der Sekundarschule Therwil den Handschlag verweigerte, hat beim Baselbieter Regierungsrat Beschwerde erhoben. Diese wurde vom Regierungsrat teilweise gutgeheissen.

Die verfügten Disziplinarmassnahmen seien wegen eines Formfehlers aufgehoben worden, teilt der Regierungsrat mit. Die Schule habe in ihrem Entscheid nicht genügend konkret dargelegt, wann der Schüler den Handschlag verweigert habe. Die Verfügung wurde deshalb aufgehoben. 

Der Handschlag als solches könne jedoch eingefordert werden, schreibt der Regierungsrat. In seinem Entscheid hält der Regierungsrat fest, dass es sich beim Handschlag "um eine in der hiesigen Gesellschaft übliche Geste" zur Begrüssung und Verabschiedung handle. Die Religionsfreiheit werde durch eine Person des anderen Geschlechts zwar tangiert. Mit dem Bildungsgesetz des Kantons Baselland bestehe aber eine gesetzliche Grundlage, um den Handschlag dennoch einzufordern. Damit sei es allen Lehrpersonen möglich, den Handschlag einzufordern. 

Gegen den Entscheid kann beim Kantonsgericht Beschwerde erhoben werden. Der Entscheid ist somit noch nicht rechtskräftig. 

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