Frenkendorf und Arlesheim

Harter Kampf: Beide Gemeinden wollen den «Donnschtig-Jass» für sich

Im August steigt das grosse Jassfest – wo, machen Arlesheim und Frenkendorf untereinander aus. .bz/Archiv

Im August steigt das grosse Jassfest – wo, machen Arlesheim und Frenkendorf untereinander aus. .bz/Archiv

Nur die besten Frenkendorfer dürfen gegen Arlesheim auskäsen, von wo der «Donnschtig-Jass» live gesendet wird. Beide Gemeinden befinden sich im Jass-Fieber und kämpfen ehrgeizig um den Austragungsort.

Die Fieberkurve steigt. Frenkendorf – zumindest einige hochgradig Infizierte – befindet sich im Jass-Fieber. Lange hat die Gemeinde auf ihre Chance gewartet. Die Idee, am «Donnschtig-Jass» von SRF teilzunehmen, hatte Gemeindepräsident Rolf Schweizer bereits vor drei Jahren.

Nun endlich ist sie da, die Gelegenheit. Im Foyer des Hotels Wilden Mann rangelten am Wochenende 28 Frauen und Männer um die Startplätze gegen Konkurrent Arlesheim. Am 7. August wird zwischen den beiden Baselbieter Gemeinden im «Donnschtig-Jass» live ausgejasst, wer von beiden die Live-Sendung vom 14. August ausrichten darf.

OK-Präsident Toni Kummli zog seinen Motivationstrumpf, noch bevor die erste Karte gespielt war. «Die Arlesheimer wollen kein Fest für ihre Jasser machen, wenn sie gegen uns nicht gewinnen», informierte er schelmisch über einen Gedankenaustausch mit der Konkurrenz.

Allerdings könnten sich die Arlesheimer nicht vorstellen, dass sie verlieren. «Und sollten sie es doch, würden sie gerne mit uns in Frenkendorf feiern», grinste Kummli. «Ich habe ihnen schon Plätze reserviert.» Um nicht zu viel Pfeffer in die anstehenden Partien zu streuen, beruhigte «Donnschtig-Jass»-Schiedsrichter Dani Müller: «Denkt daran, es ist nur ein Spiel.»

Silserli, Mineral, Bierchen: Gut verpflegt brüten die Teilnehmenden über ihren Karten. Jedem der sieben Tische ist ein Schreiber zugeordnet. Alle sind OK-Mitglieder, darunter Gemeindepräsident Rolf Schweizer und Gemeindeverwalter Thomas Schaub. Meist knistert Konzentration durch die Stille im Raum. Ab und zu lockert ein herzhafter Lacher die Stimmung auf. Silvia, Raymond, Miyuki und Charly gönnen sich einen solchen, weil Raymond nun genau so spielt, wie er es zuvor noch kritisierte.

Schieber mit Nachbarn

Am Tisch daneben meint Janine selbstironisch: «Langsam gerate ich ein wenig unter Druck». Didi dagegen ist zufrieden: «Letztmals habe ich einen Differenzler zu Beginn meiner Aktivzeit beim FC Gelterkinden gespielt.» Vor 31 Jahren. «Dafür läufts ganz gut.» Der Beste übrigens, der bisher in einer Qualifikation zum «Donnschtig-Jass» angetreten ist, überstand die 16 Partien mit nur gerade 39 Punkten.

Auch seit gut 30 Jahren wirft Rainer die Karten auf den Jassteppich – besonders gerne mit seinem Vater, den er gleich mitgebracht hat. Noch länger jasst Toni, der 67-jährige Namensvetter des OK-Präsidenten. «Am liebsten Schieber und mit meinem Nachbarn», sagt er, der mit seinem Alphorntrio auf einen Auftritt im Fernsehen hofft. «Leider jasse ich nur noch daheim», bedauert er. «Denn in den Beizen gibts das ja nicht mehr.»

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