Liestal

«hebdi»: So heisst die neue Kletterhalle im Baselland

Für alle ist etwas dabei in der neuen Boulderhalle auf dem Liestaler Ziegelhof-Areal. Am Eröffnungswochenende waren auch viele Kinder am Klettern.

Für alle ist etwas dabei in der neuen Boulderhalle auf dem Liestaler Ziegelhof-Areal. Am Eröffnungswochenende waren auch viele Kinder am Klettern.

Auch Liestal hat jetzt eine Boulderhalle. Am Wochenende war feierliche Eröffnung – speziell ist nicht nur ihr Name.

Die Meyer-Wiggli-Strasse in Liestal ist auch für Auswärtige nicht so schwer zu finden. Es ist vielmehr die Hausnummer 1, die sich als mittelgrosse Knacknuss entpuppt. «Das hier ist die Nummer 15», sagt ein Mann, der aus der Kulturstube Ziegelhof kommt. Welches Gebäude die Nummer 1 trägt, weiss er nicht. Erst als das Gespräch auf die Boulderhalle kommt, die an diesem Wochenende eröffnet wird, sagt eine Frau in Hörweite: «Die ist gleich gegenüber!»
Wieso die Hausnummern 1 und 15 vis-à-vis liegen, kann aber auch sie nicht beantworten. «Das weiss wohl niemand ...»

Die Idee kam den Gründern nach den Ferien

Einmal am Ziel angekommen, wird klar, dass andere die Halle offenbar problemlos gefunden haben. Der Geräuschpegel am Samstagnachmittag ist hoch, weit über 100 Leute sind drin. Den Löwenanteil bilden Kinder und ihre Eltern, doch auch etwa ein knappes Dutzend erwachsene Boulderer. Deren Körperbau, Outfits und Klettertechnik stechen sofort ins Auge – sie sind in ihrem Element.

Mitten in der Halle steht Chasper Kron, wechselt immer wieder ein paar Worte mit Besuchern und schüttelt Hände. Der Liestaler, gemeinsam mit Dominique Baumann Geschäftsführer und geistiger Vater der Boulderhalle, gibt zu, dass er nicht mit einem solchen Ansturm gerechnet hat. «Ich bin überrascht ... nein, überwältigt!»

Den Einfall hatten Baumann und Kron im letzten Jahr. Nach einer längeren Reise kamen sie wieder in Liestal an. Da seien sei überrascht gewesen, dass das Gebäude im Ziegelhof-Areal immer noch stand. «Wir dachten, es hätte abgerissen werden sollen. Als dies nicht der Fall war, dachten wir, dieser Ort wäre perfekt für eine Boulderhalle», erzählt Kron. Der Vermieter mochte die Idee. Bald stand der Businessplan, die Firma «hebdi» wurde gegründet, und so heisst nun auch die Halle.

Chasper Kron klettert seit seiner Jugend und ist schon lange in der «Szene» bekannt. «In den letzten Jahren haben Sportklettern und Bouldern einen grossen Schritt in Richtung Breitensport gemacht», erklärt der Experte und nennt auch den Grund, wieso Liestal ein guter Standort für eine Boulderhalle ist: «Die nächste Halle steht in Pratteln. Die Menschen aus dem Oberbaselbiet hatten bisher noch kein solches Angebot.»

Spezielle Parcours für die Kinder – samt Rutschbahn

Neben den 500 Quadratmetern Kletterfäche, die «hebdi» zu bieten hat, sieht der Mann, der unzählige Kletterhallen besucht hat, vor allem im grossen Panoramafenster einen Pluspunkt für «hebdi». «Dass eine Boulderhalle dermassen von Tageslicht durchflutet wird, ist äusserst selten. Im Vergleich zu uns sind die anderen Hallen dunkle Löcher», meint Kron augenzwinkernd.

In der einsetzenden Abenddämmerung ist es aber nicht das Licht von draussen, dass den Fokus der Menschen in der Halle absorbiert. Während die erwachsenen Boulderer immer wieder neue Herausforderungen suchen, geniessen es die Kinder, sich auf die Matten fallen zu lassen oder via Rutschbahn wieder nach unten zu gelangen. «Die Rutschbahn ist wirklich cool», findet beispielsweise Lena. Die Neunjährige hat auch schon gebouldert, aber nirgendwo habe es so viel Spass gemacht wie hier.

Auch die älteren Generationen sind voll des Lobes. «Es ist grösser, als ich gedacht habe. Hier lässt sich problemlos ein halber Tag mit der Familie verbringen», sagt Ruth Calderon. Die in Liestal wohnhafte Spanierin ist mit ihrem Mann und den beiden Töchtern hier und bemängelt lediglich, dass viele Parcours zu schwierig für Kinder seien. «Da werden die Organisatoren schon ein paar Hebel umpositionieren müssen. Aber abgesehen davon glaube ich, dass die Halle ein echter Gewinn für Liestal ist.»

Darauf hofft man auch bei «hebdi» und hat bereits ein paar bürokratische Hebel in Bewegung gesetzt, damit die Halle in Zukunft leichter zu finden sein wird. Chasper Kron versichert: «Die Bewilligung für die Beschriftung ist beantragt».

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