Gastronomie

Herrschaftsvilla wird zum Country Club: «Etwas zwischen Dorfbeiz und Michelin-Sternen»

An der Grundstruktur der alten Villa soll sich nicht viel ändern, am Innenleben allerdings schon.

An der Grundstruktur der alten Villa soll sich nicht viel ändern, am Innenleben allerdings schon.

Die Thomi-Hopf Stiftung eröffnet zwischen Allschwil und Oberwil ein Gourmet-Restaurant.

«Etwas zwischen Dorfbeiz und Michelin-Sternen», beschreibt Hans-Peter Fontana. «So zwischen zwölf und 14 Gault-Millau Punkten», präzisiert der Stiftungsrat der Thomi-Hopf Stiftung. Über die Feinheiten des Konzepts entscheidet am Ende aber der «Winzerpark»-Pächter. Dieser soll bis im Herbst gefunden sein.

Der «Winzerpark» entsteht aus dem ehemaligen Wohnsitz der Familie Thomi-Hopf zwischen Allschwil und Oberwil am Ende der Hohlengasse. Marianne Thomi-Hopf entstammte einer Industriellenfamilie, die ihr Vermögen im letzten Jahrhundert mit dem Seidenhandel erwarb. Marc Thomi war bis 1989 Mitinhaber der Thomi + Franck AG. Weltweite Bekanntheit erlangte die Familie mit Senf und Mayonnaise, ihre 1983 gegründete Stiftung engagiert sich für gemeinnützige Projekte in den Bereichen Jugend und Alter.

Gastronom mit Herzblut gesucht

Jetzt wird die herrschaftliche Villa des philanthropischen Ehepaars sanft renoviert und in ein Restaurant umgebaut. Hans-Peter Fontana ist überzeugt, dass mit dem Konzept der «speziellen Küche» ein Bedürfnis gedeckt werden kann. «In Allschwil haben wir Dorfbeizen und in der Region vereinzelt auch Gourmet-Restaurants mit Michelin-Sternen. Was wir aber in der Umgebung nur wenig haben, sind hochklassige Restaurants, die aber zugleich auch erschwinglich sind.» Zwischen 80 bis 90 Franken soll ein Essen mit Trinken kosten, schätzt Fontana. «In einem Gourmet-Restaurant kommt man damit nirgendwo hin. Und in einer Dorfbeiz kostet ein Abend auch schnell mal so viel.»

Der oder die Pächter sollen das Herz und Gesicht des «Winzerparks» werden. Star der Lokalität ist aber genauso die Infrastruktur und das Interieur des englischen Landhauses, die für ein ganz spezielles Ambiente sorgen sollen. Hans-Peter Fontana spricht von einem Gefühl wie in einem englischen Country Club. Der ehemalige Empfangsbereich wird zu einer Bar im Stile einer Lounge mit grossem Cheminée umgewandelt.

Der einstige Aufenthaltsraum der Herrschaftsvilla wird zum Speisesaal, das unterirdische Schwimmbad zum Weinkeller und Degustationsraum und die parkähnliche Anlage teilweise zum Restaurantgarten. Fontana macht sich keine Sorgen, dass es oberhalb von Allschwil keine Laufkundschaft geben wird. «Es ist klar, man muss zu uns kommen wollen. Deshalb muss es auch mehr sein als 0815.» Dafür brauche es einen Gastronomen mit Herzblut, der den hohen Standards der Umgebung gerecht wird. Fontana ist als ehemaliger Pächter der «Safranzunft» vom Potenzial des «Winzerparks» überzeugt.

Teil der Überbauung und des Investments der Thomi-Hopf Stiftung ob Allschwil sind auch sechzig Mietwohnungen für Senioren im mittleren Preissegment. Dieses «betreute Wohnen» soll es Menschen ermöglichen, möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben zu können. Zwischen den Wohnungen und dem Restaurant könnten Synergien entstehen, glaubt der Stiftungsrat, indem die Bewohner auch mal Mahlzeiten zu sich bestellten.

«Bereicherung für Allschwil»

Allschwils Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli (FDP) begrüsst das Engagement der Thomi-Hopf Stiftung. Das Restaurant sei für Allschwil eine Bereicherung und die Alterswohnungen entsprächen dem Alterskonzept «ambulant vor stationär» der Gemeinde. Die erhöhte Lage sei dafür eher ungewöhnlich, werde aber bestimmt auch auf eine Nachfrage treffen, ist Nüssli überzeugt. In der Gastronomie sei eine Diversifizierung, wie sie der «Winzerpark» biete, für eine Gemeinde wichtig. Der für das Restaurant und die Überbauung nötige Quartierplan wurde bereits unter der Ägide des damaligen Gemeindepräsidenten und heutigen Regierungsrats Anton Lauber (CVP) in die Wege geleitet.

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