Baselland Tourismus

Hier im Baselbiet dürfen Mountainbiker «legal» fahren

Das Baselbiet lockt Mountainbike-Touristen mit einer speziellen Karte.

Das Baselbiet lockt Mountainbike-Touristen mit einer speziellen Karte.

Die neuste Karte von Baselland Tourismus widmet sich dem Velofahren durch Feld und Wald.

Es gehört zum Selbstverständnis von Baselland Tourismus, zu allen Bereichen, in denen das Baselbiet etwas zu bieten hat, eine Übersichtskarte herauszugeben – von Archäologie über Sportstätten bis zum Wandern. Am Donnerstag stellte die Organisation zusammen mit Mitspielern die zehnte Karte vor – «Baselland Mountainbike». Von der Entstehung her die «zäheste», wie Geschäftsführer Tobias Eggimann eingestand. Und wohl auch die politisch brisanteste. Denn am Ursprung der Karte stand ein Konflikt zwischen Förstern und Mountainbikern im Forstrevier Schauenburg, der auch Landrat und Regierung beschäftigte.

Jetzt standen die Protagonisten bei der Vorstellung der Karte mit 14 Mountainbike-Touren, drei Trails, vier Bike-Parks sowie einigen Ausflugsrestaurants und Sehenswürdigkeiten entlang der Touren auf der Grimstelücke. Dieser Ort auf 599 Meter über Meer oberhalb von Nusshof war alles andere als zufällig gewählt. Denn hier treffen Wanderwege aus drei Richtungen sowie der beliebte «Endless-Trail» von der Sissacherfluh nach Sissach, den sich die Biker mit den Wanderern teilen müssen, aufeinander.

Und hier ist mustergültig gelöst, wie das Konfliktpotenzial zwischen talwärts rasenden Bikern und aufgeschreckten Wanderern entschärft werden kann – mit einer Bremsschikane für die Velofahrer, bevor sie auf die Kreuzung fahren. Kantonsförster Ueli Meier sagte: «Es gibt keinen anderen Weg als die Koexistenz. Der Aufwand für separate Wege für Wanderer und Biker wäre viel zu gross.»

Tobias Eggimann bezeichnete die Ausgangslage als «knifflig», weil sich das Baselbiet mit seinen vielen bewaldeten Naturräumen und seiner Topografie «ausgezeichnet» fürs Biken eigne. Gleichzeitig sei das Velofahren abseits der befestigten Waldwege gesetzlich verboten. Die Mountainbike-Karte mit ihren «14 legalen Touren» sei nun die Antwort darauf.

Die Technik gibt am Berg den Takt vor

Involviert in die fast dreijährige Erarbeitung der Karte waren nebst Baselland Tourismus verschiedenste Kreise, von Waldbesitzern über Gemeinden, Ämtern bis hin zur Biker-Organisation Trailnet Nordwestschweiz. Velofahren und explizit mountainbiken liege im Trend mit steigender Tendenz, sagte Eggimann. Ueli Meier stimmte dem zu: «Das Bedürfnis nach Trails ist da. Es ist aber nicht immer ganz einfach, dem gerecht zu werden.»

Eine Herausforderung sei, dass sich die Technik immer weiter entwickle mit zum Beispiel motorisierten Bikes. Meier: «E-Mountainbiker kommen an Orte, wo sie von ihren Fähigkeiten her nie hingehören. Das ist vor allem abwärts ein Problem.»

Auch René Schenker, Präsident von Trailnet Nordwestschweiz, sagte, dass mountainbiken mit E-Bikes zu einem Breitensport mit Problemen geworden sei. Denn dank der E-Bikes sei es zu einer grossen Verjüngung gekommen, bei der viele die Regeln nicht kennten. Deshalb sei es wichtig, dass die Velohändler nicht nur den Untersatz verkauften, sondern auch E-Bike-Kurse anböten.

Autor

Andreas Hirsbrunner

Andreas Hirsbrunner

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