Corona-Virus

Hier kann sich jeder Baselbieter testen lassen – wenn er wirklich Symptome hat

Ab Mittwochmorgen gilt in Baselland eine neue Corona-Test-Strategie: Tests werden - neben den bereits aktiven mobilen Teams - nur noch in zwei ambulanten Abklärungsstationen durchgeführt. In Lausen rund um die Uhr und in Münchenstein den halben Tag können Personen, die Symptome zeigen, vorbeigehen.

Noch sind sie leer, die Dutzenden Stühle und Betten in der Mehrzweckhalle Stutz in Lausen. Doch schon ab morgen Mittwoch um 8 Uhr dürfte sich das rasch ändern: Dann öffnet die neue Corona-Abklärungsstation für Verdachtsfälle ihre Türen. Zusammen mit der zweiten Station im Kuspo Münchenstein werden in Lausen künftig sämtliche Corona-Tests von Über-16-Jährigen im Kanton Baselland durchgeführt - ergänzt nur noch durch die mobilen Teams, die zu immobilen Personen nach Hause oder ins Altersheim kommen (bz berichtete). Dadurch sollen Arztpraxen und Notfallstationen entlastet werden. Kinder werden weiterhin im Universitäts-Kinderspital beider Basel untersucht.

Lausen gilt zum Start als eigentliches Test-Hauptquartier, weil es rund um die Uhr geöffnet haben wird. Maximal 900 Personen sollen so täglich getestet werden können, sagt Andrea Bürki vom Kantonalen Krisenstab auf Anfrage. Münchenstein ist jeweils von 8 bis 20 Uhr in Betrieb, könnte im Notfall aber auch noch hochgefahren werden. «Die Rekrutierung von zusätzlichem Personal läuft», so Bürki.

Nicht jeder soll in die Zentren stürmen

Vom Konzept her orientieren sich die beiden Stationen an der Predigerkirche in Basel. Das bedeutet, dass grundsätzlich jeder ohne Voranmeldung vorbeikommen kann. Bürki mahnt aber eindringlich: «Es soll bitte nicht jeder kommen, der zweimal gehustet hat.» Getestet würden nämlich längst nicht alle, sondern nur jene, die klare Symptome aufweisen. Also Husten, Atemnot und/oder Fieber über 38 Grad. Die Behörden hoffen zudem, dass nicht morgen um 8 Uhr bereits alle Schlange stehen, sondern sich die Massen über den Tag verteilen. Wer immer kann, soll nach Lausen, da dort die Kapazität grösser ist. Anreisen sollen am besten mit dem eigenen Auto oder per Taxi stattfinden, um sich nicht dem höheren Übertragungsrisiko im öV auszusetzen. Dass es nicht für jeden, der stark fiebrig ist, einfach ist, diesen Weg auf sich zu nehmen, weiss Bürki. Sie bittet aber um Verständnis: «Wir können nicht in jedem zweiten Dorf ein Test-Zentrum aufbauen.»

Tatsächlich weist die Station in Lausen eine beachtliche Grösse auf. Vom Eingang geht es in ein erstes Wartezelt, in dem die Stühle in grossem Abstand zueinander stehen. Danach geht es zur Registrierung, wo jeder Besucher dank Krankenkassenkarte und ID erfasst wird. Von da aus geht es in die grosse Halle und wieder in einen Wartebereich. Nach und nach sollen dann die Wartenden in mit Blachen abgetrennte Räume geführt und von einem Arzt untersucht werden. Die Abklärungsstationen werden von Hausärzten betrieben, unterstützt von Ärzten aus dem Kantonsspital und anderem medizinischem Fachpersonal. Für die Lenkung der Menschen stehen Zivilschützer im Einsatz.

Fünf Stunden bis das Resultat vorliegt

Rund fünf bis sechs Stunden dauert es, bis die Testresultate des Nasenabstrichs vorliegen. Laut Bürki sei erst geplant gewesen, dass die Getesteten vor Ort bleiben, doch dies habe man verworfen: «Sonst droht der Kollaps unser Infrastruktur.» Stattdessen werden alle, denen es gesundheitlich zuzumuten ist, wieder nach Hause in die Selbst-Quarantäne geschickt und später über das Resultat informiert. Auch bei einem positiven Test kommen nur kritische Fälle ins auf Corona-Patienten spezialisierte Bruderholzspital. Für alle Fälle stehen aber in einem abgetrennten Teil der Halle auch mehrere Betten bereit, sollte jemand zu geschwächt sein.

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