Aescher Skyline

Hochhaus-Boom erreicht Aesch: 39-Meter-Turm ist geplant – weitere sollen folgen

In den Agglomerationsgemeinden geht der Trend in die Höhe: Nach Pratteln oder Münchenstein erreicht der Hochhaus-Boom auch den zweiten Agglo-Ring. Durften in Aesch Gebäude bisher lediglich 21 Meter hoch sein, ist nun ein 39-Meter-Bau am nördlichen Ortseingang geplant.

Hochhäuser am Siedlungsrand sind selten. Genau solch eines plant Aesch. Der Turm soll den nördlichen Ortseingang markieren, auf einem Areal, das sich heute als Brache präsentiert. Die Planer gaben sich Mühe, das Hochhaus und die weiteren vorgesehenen Neubauten so zu platzieren, dass die Bevölkerung dem Vorhaben gut gesinnt ist. So erklärt sich, weshalb der Turm an einer Ecke zu stehen kommt – an einem Ort, wo er möglichst wenige Wohnhäuser beschattet.

13 Stockwerke soll das Hochhaus umfassen. Vorgesehen sind in den oberen zwei Dritteln Wohnungen, im Sockel Büros und stilles Gewerbe. Möglich wären auch eine Kindertagesstätte und Läden. Die drei weiteren Gebäude, die zur Überbauung Victus gehören, sind niedriger. So flacht das Neubaugebiet vom Siedlungsrand zum angrenzenden Wohngebiet hin ab.
Der 39-Meter-Bau wird im Norden vom neuen A-18-Vollanschluss begrenzt, im Westen von der Hauptstrasse samt Tramgeleisen. Beschattet werden somit vorwiegend Verkehrs- und Gewerbeflächen, aber auch das Areal der International School Basel (ISB) vis-à-vis des Turms, auf der anderen Strassenseite.

Trotzdem gab es an der jüngsten Gemeindeversammlung auch Kritik bei der Behandlung des Quartierplans Victus, der total 180 neue Wohneinheiten vorsieht. Eine Bewohnerin der Siedlung Fiechtenacker, die ans Areal angrenzt, sagte: «Das ist ein extrem übedimensionierter Bau, den wir nicht brauchen.» Die Normalbevölkerung werde nicht vom neuen Wohnungsangebot profitieren, die Mieten seien sicher hoch. «Nur Expats», sagte die Anwohnerin, «werden sich leisten können, dort zu wohnen.»

Die Kritiker blieben an der Versammlung vom 25. September jedoch in der Minderzahl. Der Quartierplan Victus wurde mit grossem Mehr angenommen. Die 30-tägige Referendumsfrist verstrich ungenutzt. Ab sofort können Interessierte die Pläne auf der Gemeindeverwaltung einsehen.

Die Hochhäuser wuchsen lange anderswo

Bislang durften Gebäude in Aesch lediglich 21 Meter hoch sein. Quartierpläne liessen Ausnahmen bis 40 Meter Höhe zu. Noch höhere Bauten sind im Gewerbegebiet «Aesch Nord» vorgesehen. Die Gemeinde treibt die Entwicklung des Areals mit Hochdruck voran.
Neue Hochhäuser entstanden in den Agglomerationsgemeinden zuletzt in Pratteln. In Münchenstein ist neben dem Schaulager gar ein 100-Meter-Turm geplant. In Aesch hat man aber auch an ein Bijou gedacht für das künftige «Aesch Nord». Teil der Aufwertungspläne ist ein kleiner künstlicher See.

An die Wasserfläche grenzen würde der Aescher Holzdom. Er soll die Löhrenackerhalle ersetzen. Auch das Dom-Projekt stellte der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung vor. Der kreisrunde Bau hat einen Radius von 75 Metern. Der Innenraum wäre unterteilbar, in einen Eventsaal und eine Sporthalle mit Platz für rund 1800 Zuschauer. Der Dom könnte die neue Heimat des Volleyball-Clubs Sm’Aesch Pfeffingen werden. Spruchreife Vorlagen zur Kultur- und Sportkuppel gibt es aber noch keine.

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