Salzabbau

Hör mal, wer da rüttelt – die Salinen bohren wieder

Sechs Gemeinden im Baselbiet werden nach Salz- vorkommen abgeklopft. (Archivbild)

Sechs Gemeinden im Baselbiet werden nach Salz- vorkommen abgeklopft. (Archivbild)

Die Salinen schicken den Vibro-Truck los. Er soll Salz aufspüren.

In den kommenden Wochen könnte man im Baselbiet und im Fricktal einem seltsamen Gefährt begegnen. Im Auftrag der Schweizer Salinen AG ist der Vibro-Truck unterwegs, ein weisser Lastwagen mit einer Metallplatte zwischen den beiden Achsen. Das Spezialgefährt sucht nach Salz. Dazu werden mit der sogenannten Rüttelplatte Vibrationen erzeugt – je nach der Beschaffenheit des Untergrunds werden die Schallwellen anders reflektiert. Das Echo lässt Rückschlüsse zu, ob Salzschichten vorhanden und wie mächtig sie sind.

Der Vibro-Truck sei ab Ende September und noch bis Mitte Dezember im Nordwestschweizer Salzabbau-Konzessionsgebiet unterwegs, schreiben die Salinen in einer Medienmitteilung von gestern Montag. Gemessen wird im Baselbiet in Liestal, Frenkendorf, Pratteln, Muttenz, Münchenstein und Arlesheim; im Fricktal gehören Möhlin, Wallbach und Zeiningen zum Untersuchungsgebiet. In Muttenz nimmt auch der Kanton Baselland Messungen vor, in Koordination mit, aber unabhängig von den Salinen.

Laut den Salinen finden die Messungen «in der Regel» ausserhalb der Ruhezeiten und von Montag bis Samstag statt. Im Fricktal müsse entlang der Autobahn auch nachts gearbeitet werden, «weil tagsüber der Verkehrslärm die Messqualität negativ beeinflussen würde».

Schwingungen, als würde ein Tram durchfahren

Die Messrouten verlaufen auf Strassen und Wegen sowie «überwiegend ausserorts an der Peripherie» der neun betroffenen Gemeinden. An den einzelnen Messpunkten würden zweimal für jeweils rund 20 Sekunden Schwingungen von niedriger Frequenz ausgelöst. «Diese entsprechen in etwa denjenigen eines durchfahrenden Trams», schreiben die Salinen. Am Boden ausgelegte Messsonden würden die zurückgeworfenen Wellen aufzeichnen. Für Mensch und Tier seien die Erschütterungen ungefährlich, die Vibrationen könnten jedoch «auf kleine Distanz wahrnehmbar» sein. Auf empfindliche Bauwerke werde Rücksicht genommen.

Die Schweizer Salinen beteuerten Anfang August, die seismischen Messungen hätten nichts zu tun mit der Sistierung der geplanten Soleförderung auf der Muttenzer Rütihard. Ende Juni hatte das Unternehmen im Eigentum der 26 Kantone bekanntgegeben, wegen des massiven Widerstands in diesem Gebiet alle Arbeiten ruhen zu lassen, zumindest für die kommenden zwanzig Jahre.

Mittel- und langfristig könnten die Messungen aber doch einen Abbau zur Folge haben. Ziel der Messungen sei, scheiben die Salinen, die Salzkarte im Konzessionsgebiet zu vertiefen. Die Erkenntnisse würden in die Evaluation von «möglichen künftigen Förderprojekten» einfliessen. Im Fall von Wallbach stehen die Erkundungen bereits im Zusammenhang mit einem konkreten Vorhaben.

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