Forstarbeit

Holzgigant im Oberbaselbiet

Fusion zweier Forstreviere im Oberbaselbiet. (Archivbild)

Fusion zweier Forstreviere im Oberbaselbiet. (Archivbild)

Zwei Forstreviere fusionieren und machen sich als Zweckverband fit für die Zukunft.

Eine schon seit ein paar Jahren enge Zusammenarbeit im Forstwesen wird neu organisiert. Im Bezirk Waldenburg soll auf Anfang 2021 der Forstbetrieb Frenkentäler seine Tätigkeit aufnehmen. Dieser neue Zweckverband umfasst die jetzigen Forstreviere Oberer Hauenstein (mit den Gemeinden Waldenburg und Langenbruck) und Hohwacht (Reigoldswil, Bretz-wil und Lauwil). Das Forstrevier Hohwacht verantwortet zudem seit 2017 die Bewirtschaftung des benachbarten Reviers Dottlenberg.

Derzeit sind die beiden Forstreviere zwar noch rentabel. «Aber weil die Holzmarktpreise immer tiefer sinken, wird es zusehends schwieriger, schwarze Zahlen zu schreiben», erklärt Hans Dettwiler, Mitglied des Projektausschusses und Bretz- wiler Gemeinderat. Mit dem neuen Zweckverband will man zudem Synergien nutzen und flexibler werden. Die Kooperation der Forstreviere Oberer Hauenstein und Hohwacht war ein Pilotprojekt. «Nun stellen wir fest, dass sie funktioniert», sagt Dettwiler. Deshalb muss die Organisation auf eine neue rechtliche Basis gestellt werden, was mit dem Zweckverband geschehen soll.
Auf das Personal der Forstequipen wird die neue Rechtsform keinen Einfluss haben. Es gebe zwar andere Anstellungsverträge, deren Bedingungen jedoch unverändert blieben, betont Hans Dettwiler und verspricht: «Kündigungen wird es keine geben – im Gegenteil: Vielleicht benötigt es in zwei, drei Jahren sogar zusätzliche Arbeitskräfte.»

Es geht um 2120 Hektaren

Auch die Werkhöfe in Waldenburg und Reigoldswil werden beibehalten. Dettwiler ist zuversichtlich, dass die einzelnen Gemeindeversammlungen dem neuen Forstbetrieb zustimmen werden. Der Projektausschuss hat die beteiligten Kommunen in den vergangenen zwei Jahren über die laufenden Arbeiten stets informiert, mit den Kopfgemeinden Waldenburg und Reigoldswil steht er in regem Austausch. «Bis jetzt gab es keine Opposition», konstatiert Hans Dettwiler. Es sollte keine Probleme geben, aber man wisse ja nie. Gäbe es eine Ablehnung, müssten die Verantwortlichen nochmals über die Bücher und Ursachenforschung betreiben. Dann könnte der Forstbetrieb Frenkentäler seine operative Tätigkeit nicht schon wie vorgesehen am 1. Januar 2021 aufnehmen, sondern erst später.

Das Grundkapital beträgt eine Million Franken. Die fünf Gemeinden schiessen ihre Beiträge anteilmässig aufgrund ihrer Waldfläche ein. Diese und diejenige der Privatbesitzer betragen zusammen 2120 Hektaren. Der Zweckverband ist eigenständig; die Gemeinden geben den Wald ab und lassen den Betrieb arbeiten, von dem dann wieder Geld in die Gemeindekassen zurückfliessen sollte.

«Ich kann nicht sagen, wo diese Grenze liegt»

Die neue Körperschaft wird laut Beat Feigenwinter, dem für dieses Gebiet zuständigen Kreisforstingenieur, ein grösserer Forstbetrieb im oberen Kantonsteil. Gegen die Hälfte der 24 Forstreviere in beiden Basel gehören bereits einem Zweckverband an. Gibt es eine kritische Grösse gegen oben? «Die Überschaubarkeit muss gewährleistet sein. Zweckverbände sind nicht beliebig machbar. Aber ich kann nicht sagen, wo diese Grenze liegt», meint Feigenwinter.

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