Die Gemeindepolizei Binningen suchte nach einer Hundehalterin, deren Tier im Verdacht stand, einen anderen Hund übel zugerichtet zu haben. Auch Zeugen des Vorfalls waren gebeten, mit der Polizei Kontakt aufzunehmen. In der Zwischenzeit hat sich die Gesuchte gemeldet.

«Die Halterin fand sich am Tag nach der Publikation des Zeugenaufrufs auf der Gemeindepolizei ein», sagt Sprecher Bernard Keller auf Anfrage. «Es wurde ein Treffen zwischen ihr und der geschädigten Partei arrangiert.» Beim Gespräch sei es auch um das Begleichen der Tierarztrechnung gegangen.

Die Halterin des anderen Hundes, eine Golden-Retriever-Hündin, habe Anzeige erstattet. Ob die Anzeige zurückgezogen worden sei und ob sich die Beteiligten auf einen Kostenschlüssel geeinigt hätten, sei der Gemeinde nicht bekannt, sagt Keller.

Beschuldigte erzählt ihre Version der Geschichte

Laut dem Aufruf der Gemeindepolizei, den sie vergangene Woche publizierte, hatte sich die Hundehalterin nach dem Vorfall am frühen Abend des Mittwochs, 7. August, vom Ort des Geschehens entfernt, ohne Name und Adresse zu hinterlassen. Zuvor habe sich ihr Hund, schreibt die Polizei, am Birsigweglein von der Leine losgerissen und den Golden Retriever angegriffen. «Die Hündin erlitt dadurch mehrere Bisswunden und musste notoperiert werden.»

Das stimme nicht ganz, heisst es jedoch in einem Facebook-Post, der kurz nach dem Aufruf auf der Seite «Hundefreunde Baselland & Baselstadt» aufgetaucht ist. Sie sei die Besitzerin des gesuchten Tieres, schrieb eine Frau. Laut ihren Ausführungen spielte sich der Vorfall so ab:

Am besagten Mittwoch habe sie ihre zwei Hunde ihrer Schwiegermutter in Obhut gegeben. Was beim Gassigehen genau passiert sei, könne sie nicht sagen, heisst es im Post. Es gebe zwei Versionen. Jedoch habe sich ihre Schwiegermutter nach dem Kampf nicht einfach aus dem Staub gemacht. Vielmehr sei die Halterin des anderen Hundes am Telefon gewesen und habe sich rasch entfernt. Darum habe man keine Telefonnummern austauschen können. «Sicher kam bei beiden auch der Schock dazu.» Noch am selben Abend suchte die Halterin laut ihren Angaben die Strecke ab, ebenso habe sie die Gemeindepolizei kontaktiert, der zuständige Beamte sei jedoch nicht da gewesen.

Kein Listenhund

Erst aus der Zeitung habe sie erfahren, dass ihr Hund gesucht werde. «Ich bin sofort mit ihm und mit meiner Schwiegermama zur Gemeinde gefahren, um alles abzuklären. Auch die Besitzerin des Golden Retrievers kam, ich durfte ihre Geschichte hören.» Im Post lässt die Halterin durchscheinen, ihr Tier sei ebenfalls nicht unversehrt geblieben. «Mein Hund hatte Bissspuren im Gesicht und im Mund.»

Was die Halterin anfügt: Ihr Tier sei noch nie als aggressiv aufgefallen, es handle sich auch nicht um einen sogenannten Listenhund, also um einen Vertreter einer Rasse, die als potenziell gefährlich gelten. Für das Halten von Listenhunden braucht es eine Bewilligung.