Der Gelterkinder Umzug ist nach dem sonntäglichen Fackelumzug und dem Schnitzelbank-Abend in den Beizen bereits der dritte fasnächtliche Grossanlass in Gelterkinden. Straff nach dem Alphabet eingeordnet machen sich rund 50 Gruppierungen – Wagen, Guggen, Cliquen und Kleinformationen – in der Allmend auf den Weg durch die Begegnungszone mit ein paar Zusatzschlaufen durch die Gassen im Dorfkern.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Behindertenheims Opalinus ist die Fasnachtsprozession jeweils ein wichtiger Tag, dürfen sie doch vorne mitmarschieren und mitfahren und so den Umzug anführen. Unterstützt vom Betreuungsteam geniessen es die behinderten Menschen im Fasnachtstenü sichtlich, für ein paar Stunden im Mittelpunkt zu stehen.

Die alte Lok ist wieder da

Doch auch dahinter geht die Post gehörig ab, wobei die lokalen und regionalen Ereignisse den Löwenanteil der Sujets ausmachen. Insbesondere der Verkehr nimmt breiten Raum ein. Die in Gelterkinden vor einigen Wochen geschaffenen Blauen Zonen anstelle der unbefristeten Parkplätze stossen mehreren Gruppierungen sauer auf. Die Dorfgass-Schlurbi Niederdorf reaktivieren die vor einigen Monaten ausgemusterte Gedeon Thommen und stellen klar, dass die alte Dampflok noch längst nicht zum alten Eisen gehört. «S letscht Mol gfahre, aber mir fahre no einisch» prangt auf einem Schild an der Lok.

Die heimischen Chuäfladä Waggis nehmen sich des gesprengten Blitzers der Polizei in Radarfluh an, wie der Flecken unter der Roten Flue im Fachjargon heisst. Direkt hinten dran schlagen die Oltinger Schluckspechte in die gleiche Kerbe und schreiben an den Wagen:

I ha pressant, bi voll wie ne Chue,
fahr wie gstört dur Roteflueh.
Ha sicher 30 uf em Tacho zvill.
Zum Glück misst da Chaschte nid no d Promill!

Die Wenslinger Die drümmlige Schwybogebrünzler widmen ihre Verse ihrem Gemeindepräsidenten, der in der Sendung «Bauer, ledig, sucht», nach einer Frau fürs Leben Ausschau hielt, wobei die Richtige nicht anbeissen mochte. Auf ihr Gefährt haben die Brünzler geschrieben:

Lieber e Frau uf 3+ go sueche,
as e tüüre Flug uf Bangkok bueche.

In Itingen reiben sich die Leute die Augen, als urplötzlich am Doktorhaus ein Schild verkündet «Zu verkaufen». D Glögglifrösch Üttige nehmen die Tatsache, dass der Doktor wegzieht zum Anlass, einen Wagen zu konstruieren und mit entsprechenden Reimen zu garnieren:

Sid 20 Joor hesch z Üttige, es isch famos,
grad e Dokter an der Dorfstross.
Hesch Problem mit Ohre, Härz und Glänk,
chasch eifach schnäll zum Dokter Schenk.

Do einisch, han i gmeint, i bruch e Brülle,
nachdäm i bim Volg bi go Ichaufstäsche fülle.
Es grosses Schild stoht vor em Dokterhuus.
Ganz ehrli, i chumm nümme drus …?

Da haben es die Oltiger-Schnitte, ein Frauen-Team, doch einfacher. Ihr gleichnamiges Gebäck ist an den Fasnachtsumzügen bis hinunter vor die Tore der Stadt längst zum Selbstläufer geworden.

Das weiss auch das Publikum am Strassenrand, das von den süssen Köstlichkeiten gerne Gebrauch macht, zumal dazu gleich noch das Backrezept der Spezialität abgegeben wird.