Geschichte

«Ideale Nachschlagewerke»: Neues Buch zeigt Kunstdenkmäler des Laufentals

Die Gebäude der einstigen Ziegler Papier AG in Grellingen sind auch im Band.

Die Gebäude der einstigen Ziegler Papier AG in Grellingen sind auch im Band.

Richard Buser verfasst eine Publikation über die Kunstdenkmäler des Laufentals.

Der Architekturhistoriker Richard Buser ist derzeit oft im Laufental anzutreffen. Er arbeitet an einem Band über die Kunstdenkmäler des jüngsten Baselbieter Bezirks. Im Jahr 2016 begannen die Recherchen für das Mammut-Werk, im Jahr 2021 sollen sie abgeschlossen sein.

Richard Buser, Sie verfassen ein Buch über die Kunstdenkmäler des Laufentals. Was muss man sich unter einem Kunstdenkmal vorstellen?

Richard Buser: Wir befassen uns mit Bauten, die einen geschichtlichen oder künstlerischen Wert haben. Dazu gehören unter anderem Kirchen, Wohnhäuser, Schulhäuser, Bauernhäuser, Fabriken, Bahnhöfe, Brunnen und Wegkreuze. Es sind meist Gebäude, die für das Erscheinungsbild eines Orts wichtig sind. Der Zeitraum, den wir abdecken, reicht von der Spätantike bis ins 20. Jahrhundert.

Sie sind einer der beiden Autoren des Bandes. Gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Axel Christoph Gampp verfassen Sie die Texte. Wer steht hinter der Publikation?

Die Bände werden im ganzen Land seit 1927 von der privaten Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte herausgegeben. Sie druckt die Bücher, verschickt sie an ihre Mitglieder sowie an rund 200 Institutionen in der Schweiz und in Europa. Darunter befinden sich Bibliotheken und Universitäten. Die Kantone finanzieren die Publikationen, die meistens einen Bezirk abdecken. Im Baselbiet ist der Bezirk Laufen der einzige, von dem noch kein Band existiert. Im Kanton Basel-Stadt sind bereits mehrere Bände erschienen. Auch für das Schwarzbubenland gibt es einen.

Besteht bei der breiten Öffentlichkeit überhaupt eine Nachfrage für die Publikationen?

Durchaus. Die Bände haben zwar den Anspruch, Fachpersonen zur Verfügung zu stehen. Sie sollen aber auch Lesebücher sein. Vor etwa zehn Jahren wurden sie neu gestaltet und sind seither leserfreundlicher als früher. Der Bildanteil ist grösser als einst. Für Personen, die sich über ihre Region und ihr Dorf interessieren, sind die Bücher ideale Nachschlagewerke. Mit der Zeit soll so jedes Gebiet in der Schweiz in einem Band zu finden sein.

Was werde ich denn auf den gut 400 geplanten Seiten des Bandes zum Laufental finden?

Die Bände sind immer gleich aufgebaut: Jedes Dorf hat im Buch ein eigenes Kapitel mit einer Einleitung, Übersichtsplänen und allgemeinen Angaben zur Ortschaft. Danach folgen die wichtigsten Bauten, deren Geschichte, Architektur und kulturelle Bedeutung wir beleuchten. Im Laufental stammt ein Grossteil der Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, da in dieser Zeit dank der Industrialisierung viel gebaut wurde.

Wie gingen Sie vor, als Sie 2016 mit den Arbeiten am Band begannen?

Um uns vorzubereiten, studierten wir das Bauinventar des Kantons Baselland sowie die Heimatkunden der einzelnen Dörfer, die oft qualitativ hochstehend sind. Wir stellen uns und unser Projekt jeweils auf der Gemeindeverwaltung vor. Dabei erhalten wir Kontakte zu Lokalhistorikern, wie es sie zum Glück in den meisten Dörfern gibt.

Und mit diesen arbeiten Sie dann zusammen?

Ja. Praktisch in jeder Ortschaft durften wir mit kundigen Lokalhistorikern Kontakt aufnehmen. Vor allem Blauen ist mir in sehr guter Erinnerung geblieben, da wir dort auf die Beratung der beiden kompetenten Lokalhistoriker Pierre Gürtler und Bernhard Bucher zurückgreifen konnten. Das war eine wunderbare Erfahrung.

Wie weit sind Sie die Arbeiten am Buch fortgeschritten?

Bei der Ausarbeitung des Buches bewegen wir uns birsaufwärts. Wir begannen in Duggingen, danach kamen Grellingen, Nenzlingen, Zwingen, Blauen, Dittingen und momentan sind wir in Wahlen. Die anderen sieben Gemeinden folgen in den nächsten Jahren. Am meisten Zeit werden wir für Laufen aufwenden. Das Städtchen steht als nächstes auf dem Programm. Das ist eine Herausforderung, denn dort gibt es deutlich mehr Kunstdenkmäler als in den anderen Gemeinden. Bei der Stadt spüren wir viel Interesse für unser Projekt.

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