Der Aquila-Tower in Pratteln mit seiner Fassade aus feuerverzinkten Stahlblechen wirkt auf den Betrachter wie eine sichere Bastion. Sicher fühlte sich auch eine Mieterin, die ihr Auto in der zugehörigen Einstellhalle parkierte. Wie sie gegenüber der Gratiszeitung «20 Minuten» äusserte, vertraute sie auf die Beschriftung an der Garagen-Einfahrt: «Video-Überwachung» heisst es deutlich sichtbar auf der Barriere. Bilder, welche die Pendlerzeitung veröffentlicht hat, zeigen auch die Kameras, die den Eingangsbereich scheinbar jederzeit überwachen.

Am 14. Januar kam dann für die Mieterin der Schock: «Unser Auto wurde völlig verwüstet, die Scheiben eingeschlagen und alle Pneus zerstochen», schilderte sie gegenüber von «20 Minuten». Als sie nach den Aufnahmen der Überwachungskameras fragte, wurde sie enttäuscht. Diese seien schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb und nur noch als Attrappen aufgehängt.

Keine weiteren Vorfälle

«Eine Videoüberwachung würde nur dann Sinn machen, wenn alle Winkel der Einstellhalle überwacht würden», erklärt Marietta Hersche, Sprecherin der Hausverwaltung Livit AG, auf Anfrage der bz. Die alten Kameras hätten lediglich einen kleinen Teil der Halle abgedeckt, weshalb man sie dann auch nicht mehr erneuert habe. Auch wenn die Kameras bei der Einfahrt noch funktioniert hätten, «die entsprechende Aufzeichnung hätte vermutlich nicht zur Aufklärung des geschilderten Falls beitragen können.» Ein Teil der Einstellhalle ist gemäss Hersche tagsüber für die Öffentlichkeit nutzbar, nachts werde sie geschlossen.

Weitere Fälle von Vandalismus seien der Hausverwaltung nicht bekannt: «Schadenfälle werden in erster Linie direkt der Polizei oder Versicherung gemeldet, gemäss Hauswart wurden aber keine weiteren verzeichnet», so Hersche. 135 Franken bezahlt man in der Einstellhalle monatlich für einen Parkplatz. Gehört da eine Videoüberwachung nicht zum Service? «Einstellhallen werden nicht grundsätzlich mit Videos überwacht», ist alles, was die Livit-Sprecherin zu dem Thema sagt. Nach dem Vorfall von letzter Woche wolle man die Sachlage allerdings mit der Eigentümerschaft überprüfen.

3000 Franken für 3,5 Zimmer

Der Aquila-Tower, entworfen von den Architekten Christ & Gantenbein, steht direkt neben dem Bahnhof Pratteln. Das Gebäude ist 66 Meter hoch und umfasst 19 Stockwerke. Von 76 Mietwohnungen sind zurzeit 71 vermietet. Eine 68 Quadratmeter grosse 2,5-Zimmer-Wohnung kostet gemäss dem Online-Auftritt der Liegenschaft 1625 Franken im Monat. Für 3,5 Zimmer auf 152 Quadratmetern bezahlt man 2955 Franken.

Im Jahr 2017 machten die Vermieter mit verschiedenen Aktionen auf sich aufmerksam, die neue Mieter in das Hochhaus locken sollten. Eine «Wohnglück Sommeraktion» versprach beim Erstbezug einer Wohnung einen Einrichtungsgutschein von 1000 Franken. Ein Jahr zuvor bekamen Neumieter, die vor Weihnachten einzogen, die Miete bis Ende Jahr geschenkt.